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Chronik

Okkulte Frauenbande: Zurechnungsfähig

Im Kriminal-Fall rund um die drei Frauen einer sektenähnlichen Gruppe in Wernberg ist jetzt das mit Spannung erwartete psychiatrische Gutachten präsentiert worden. Alle drei sollen demnach zurechnungsfähig sein.

Dem Gutachten zufolge sind die Frauen verantwortlich für ihre Taten. Anfang kommender Woche findet die nächste Haftprüfung statt. Den drei Frauen, 44, 48 und 61 Jahre alt, wird Mord, Anstiftung zum Mord, Brandstiftung und Betrug in Millionenhöhe vorgeworfen.

Hans Gradischnig, Anwalt der Hauptbeschuldigten 48 Jahre alten Frau, zeigte sich gegenüber dem ORF überrascht. Er hätte sich so ein Ergebnis nicht erwartet: „Nach den Erzählungen von allen drei sind sie meines Erachtens Zugehörige der sogenannten olosofischen Gesellschaft, die ihre Weisungen über Gott, den Herrn, bekommen und diese Weisungen auf Erden erfüllen. Ich habe mir eigentlich gedacht, dass so eine Beeinflussung ihrer geistigen Fähigkeiten ist, dass sie abnormal und – meines Erachtens nach – nicht zurechnungsfähig erscheinen.“

Freilassung erst nach Therapie

Für den weiteren Prozess komme es auf die Beweiswürdigung des Schwurgerichtes an und ob die Taten, die angeführt werden, beweismäßig übernommen werden. „Dann haftet sie dafür und das bedeutet, dass sie – wenn sie schuldig ist – mit einer hohen Strafe zu rechnen hat.“

Es gebe drei gesonderte Gutachten. „Jedes einzelne Gutachten hat mehr als 60 Seiten. Es sind alle drei Täterinnen zurechnungsfähig. Meine Klientin wird – ganz gleich, wie das Urteil ausfällt – in eine Anstalt eingewiesen und kommt erst dann heraus, wenn sie therapiert ist, also wenn ein Arzt ihr bescheinigt, dass keine Gefahr für die Bevölkerung darstellt, wenn sie entlassen wird.“ Er rechne damit, dass die Schwurgerichtsverhandlung im September stattfinden werde.

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Der Brand dieses Wirtschaftsgebäudes in Umberg soll auf das Konto des Trios gehen.

Vermutlich für Brandserie verantwortlich

Das Trio wurde am 25. November 2018 nach einer Serie von Brandstiftungen in Wernberg verhaftet. Die Frauen sollen unter anderem für den Tod einer 72 Jahre alten Pensionistin in Villach verantwortlich sein. Für alle drei gilt die Unschuldsvermutung.