Roulettetisch in Spielcasino
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Chronik

Spielsüchtige „borgte“ 100.000 Euro aus

Wegen schweren gewerbsmäßigen Betruges ist am Donnerstag eine 48-jährige Krankenschwester zu zwölf Monaten bedingter Haft verurteilt worden. Sie soll sich vor drei Jahren mehrere Monate lang insgesamt 100.000 Euro von ihrer Arbeitskollegin ausgeborgt haben und trieb diese damit in den Privatkonkurs.

Acht Monate lang hatte die Diplomkrankenschwester ihre Kollegin, eine Pflegehelferin, mit der sie auch befreundet war, immer wieder gebeten, ihr Geld in der Höhe von 1.000 Euro zu borgen – für ein neues Kinderzimmer oder eine Autoreparatur. Schließlich kamen mehr als 100.000 Euro zusammen, so die Anklage. Denn in Wirklichkeit fuhr die Angeklagte nach Slowenien ins Casino, um dort Roulette zu spielen.

Opfer in Privatkonkurs

Im Casino Velden ist die Frau sogar gesperrt und darf nicht mehr spielen. Die Angeklagte sagte am Donnerstag vor Gericht, ihre Kollegin hätte von ihrer Spielsucht gewusst, da sie bereits zwei Mal deswegen in Therapie gewesen sei. Das wird von der betrogenen Pflegeassistentin, die als Zeugin aussagte, jedoch zurückgewiesen.

Bis heute gab es keine Rückzahlungen. Das Opfer musste mittlerweile sogar selbst Privatkonkurs beantragen. Sie soll ihr gesamtes Erspartes der Angeklagten geliehen haben. Sie wird es so schnell nicht mehr zurückbekommen, denn die Angeklagte kann aufgrund ihrer finanziellen Situation ihre Schulden auch nicht in Raten begleichen.

Staatsanwaltschaft erbat sich Bedenkzeit

Das Geständnis und die Spielsucht der Angeklagten mildern das Urteil. Richter Dietmar Wassertheurer verurteilte die Krankenschwester zu zwölf Monaten bedingter Haft. Für die Staatsanwaltschaft ist das Urteil zu niedrig, sie nimmt sich drei Tage Bedenkzeit. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.