Eingang der Zentralen Notaufnahme am Klinikum
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Chronik

Auch im Klinikum Gewaltvorfälle

Nach der Messerattacke in Wien auf einen Arzt stellt sich in allen Spitälern die Frage nach der Sicherheit. Im Klinikum Klagenfurt hatte man 2018 rund 100 angezeigte Vorfälle, es bleibt aber meist bei Beschimpfungen, wobei Alkohol und Drogen eine Rolle spielen.

Auch in den Kärntner Spitälern stellte man bereits fest, dass die Hemmschwelle, sich zu beschweren und aufzuregen, sinkt, und auch der Respekt vor dem Krankenhauspersonal zurückgeht. Laut Pflegedirektor Bernhard Rauter wurden im Vorjahr 100 Vorfälle im Klinikum bei der Polizei gemeldet: „Es sind Raufhandel in der Notaufnahme. Da gab es einen Fall, wo zwei Unfallgegner aufeinander getroffen sind und einen Raufhandel begonnen haben. Das Personal ist da hineingezogen worden.“

Auch psychische Probleme als Auslöser

Am häufigsten werden Ärzte und Klinikpersonal beschimpft, aber auch Patienten untereinander geraten in Streit. Die meisten können gerade noch geschlichtet werden. Dafür wird das Personal ja auch besonders geschult, sagte Rauter. Alkohol und Drogen seien die Klassiker der Auslöser, aber es gebe auch psychisch extrem belastende Situationen für Patienten oder Angehörige. Stark steigen Probleme mit Demenzpatienten, so Rauter.

Klinikum setzt auf Prävention

Seit dem Frühjahr beschäftigt sich eine Arbeitsgruppe mit der Gewaltprävention. Eine Aufgabe, die sich ständig weiterentwickelt und nie aufhört, sagte Rauter: „Wir haben viele Maßnahmen schon umgesetzt. Ein Hotspot ist neben der zentralen Notaufnahme auch die Psychiatrie. Hier haben wir alle Mitarbeiter mit Deeskalationstrainings geschult, im Bereich der Technik haben wir nachgerüstet, etwa bei Beleuchtung oder Videoüberwachung.“

Group-4-Mitarbeiter sind außerdem am Klinikgelände Tag und Nacht im Einsatz, sagte Rauter, um kritische Situationen zu entschärfen.