Beide Zivildiener im Gespräch miteinander
ORF
ORF
Soziales

Herausragende Zivildiener geehrt

Die zwei Mölltaler Johannes Guggenbichler und Leon Fian sind vom Innenministerium als Kärntner Zivildiener des Jahres ausgezeichnet worden. Fian wurde zum Firmpaten eines autistischen Buben, Guggenbichler besucht heute noch die Bewohner „seines“ Heims.

Sie sind eine unverzichtbare Stütze im Kärntner Gesundheitssystem und leisten unschätzbare Arbeit für wenig Geld. Zivildiener arbeiten alljährlich auch in Kärnten für neun Monate im sozialen Bereich, anstatt beim Bundesheer zu dienen. Herausragende junge Männer werden zum „Zivildiener des Jahres“ gekürt. Beim Sommerfest im Integrationszentrum „Rettet das Kind“ Seebach in Seeboden wurde die Kür von Leon Fian gleich mitgefeiert.

Zivildiener Leon Fian mit seinem Schützling
ORF
Leon und Marcel

„Besuche ihn öfter im Heim“

Besonders für den 16-jährigen Marcel ist Fian wichtig. Der Autist hat keine Familie. Deshalb zögerte der ehemalige Zivildiener nicht lange und übernahm die Verantwortung als Firmpate für Marcel: „Mir war klar, dass ich, wenn ich Firmpate werde, öfter ins Heim komme, um ihn zu besuchen. Ich nehme auch was mit, Süßigkeiten hat er gerne. Wenn ich dann da bin, bauen wir zusammen ein Puzzle oder gehen gemeinsam in den Garten, dort ist er auch gerne. Ich glaube schon, dass er sich freut, wenn ich komme.“

Leon Fian beim Laufen mit Markus
ORF
Beim Lauftraining mit Markus

Gemeinsames Laufen zum Erfolg

Doch auch seine große Leidenschaft, das Laufen, ließ Fian in seinen Zivildienst einfließen. Er motivierte einen weiteren Klienten, Markus, zum Laufen und trainierte sogar mit ihm für Wettbewerbe: „Bei zwei Bewerben waren wir einmal in einer Staffel, da waren wir ganz gut, das hätte ich nicht erwartet. Und einmal war es ein Geländelauf über 5,3 Kilometer, da muss ich sagen, Respekt, das hätte ich Markus gar nicht zugetraut.“ Markus ergänzt, er habe sich sehr angestrengt, 39 Minuten hätten die beiden gebraucht.

Petra Gabriele Köfer, die Leiterin des Integrationszentrums Seebach, sagte, man könne den besten Zivildienstplatz anbieten, wenn der Mensch nicht dahinter stehe, nutzen weder Liebe noch Engagement der Umgebung etwas. Das habe Leon Fian mitgebracht und das zeichne ihn besonders aus.

Johannes Guggenbichler beim Kartenspielen mit Klienten
ORF
Johannes Guggenbichler zu Besuch an seinem ehemaligen Arbeitsplatz

Ruhepol im Lebenshilfewohnheim

Wenige Kilometer entfernt im Wohnheim der Lebenshilfe in Spittal an der Drau arbeitete Zivildiener Johannes Guggenbichler mit. Als Ruhepol sei er gegen Ungerechtigkeiten und Streitereien aufgestanden, sagte Elisabeth Lerch, die Leiterin des Lebenshilfe Wohnheims: „Er kommt immer noch in regelmäßigen Abständen gerne vorbei, hat immer Zeit zum Spielen oder fährt auf einen Ausflug mit. Das ist etwas sehr Schönes. Man kann sich auf ihn verlassen.“ Daher sei es dem Team wichtig gewesen, Johannes als Zivildiener zu nominieren.

Prägende Erfahrungen

Die Klienten freuen sich jedesmal, wenn ihr Freund Johannes, wie sie sagen, wieder im Wohnheim vorbei kommt. Johannes Guggenbichler sagt, man bekomme viel mehr zurück, als man selbst gebe. Er habe sich verändert, durch die Menschen, mit denen er zu tun hatte. Mittlerweile stehen beide Kärntner Zivildiener des Jahres voll im Leben – geprägt und gestärkt von Erfahrungen aus dem Zivildienst.

Johannes Guggenbichler arbeitet in einer Molkerei in Spittal und Leon Fian machte seine Leidenschaft zum Beruf, er arbeitet in der Sportabteilung in der Kärntner Landesregierung.