Hof in Feldkirchen von außen
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Tiere

Rinder in Feldkirchen doch verhungert

Die 21 Rinder, die tot in einem Stall in Feldkirchen gefunden wurden, sind verhungert. Das teilte die Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen am Mittwoch mit. Zuerst hatte es geheißen, dies sei unwahrscheinlich, denn die Tiere hätte jemand hören müssen.

Laut Aussendung der BH langten alle Befunde der Untersuchungen von den 21 verendeten Rinder eines Landwirtes aus Nikolai bei Feldkirchen ein. „So können nach dem Erschießen, den Infektionskrankheiten, einer chemischen Vergiftung, nun mehr auch ein Stromschlag, botanische Gifte sowie giftige Gase und Verdursten als Todesursachen ausgeschlossen werden“, so Bezirkshauptmann Dietmar Stückler.

Über mehrere Monate verendet

Aus den vorliegenden Befunden ergebe sich, dass die Kühe und Kälber verhungert seien. Die Rinder seien über einen Zeitraum von mehreren Monaten verendet, die letzten Rinder in der ersten Aprilwoche. Die Todesursache bzw. die Todeszeit des ebenfalls tot gefundenen Hundes konnte auf Grund der zu starken Verwesung nicht mehr festgestellt werden.

Ein Rätsel bleibt vorerst warum niemand von den Nachbarn im unmittelbaren Umfeld des Bauernhofes etwas von dem Todeskampf der Tiere mitbekommen hat. Laut Polizei haben diese angegeben weder Geräusche noch Schreie der Rinder vernommen zu haben, bestätigte Robert Derhaschnig, der stellvertretende Bezirkshauptmann von Feldkirchen.

Abgesperrter Hof bei Feldkirchen
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Der abgesperrte Hof

Das unbefristete Tierhalteverbot der Bezirkshauptmannschaft Feldkirchen gegen den Landwirt bleibt weiterhin aufrecht. Der Landwirt wird bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt und das Tierhalteverbot durch die Polizei und der Behörde laufend kontrolliert.

Verwandte entdecken Tiere

Der Landwirt hatte sich ins Krankenhaus begeben, als Verwandte im Stall nach dem Rechten sehen wollten, stießen sie auf die verwesten Kadaver. Der Stall liegt an einer stark befahrenen Straße, dennoch dürfte niemand die schreienden Tiere gehört haben. Der Stall war zuletzt vor zwei Jahren kontrolliert worden. Zwischen der letzten Kontrolle und dem Tod der Tiere musste sich etwas Drastisches auf dem Hof verändert haben. Der 41-jährige Bauer soll zurückgezogen gelebt haben, der Kontakt zu Verwandten sei eingeschränkt gewesen.

Der 41 jährige Bauer – der bisher nicht vernehmungsfähig war – hat mittlerweile das Krankenhaus wieder verlassen. Eine Befragung durch die Polizei steht aber noch aus.