Das Schloss Damschach präsentiert sich als mächtiger Bau inmitten der Gemeinde Wernberg und stammt im Kern aus dem frühen 16. Jahrhundert. Seit 1847 ist es in Besitz der Familie Orsini-Rosenberg. Zuvor war aber die Familie Jöchlinger von Jochenstein im Besitz der Anlage und aus dieser Familie geht eine besonders schillernde Persönlichkeit namens Felix Freiherr von Jöchlinger hervor, so Historiker Peter Wiesflecker.
„Eine schillernde Persönlichkeit, die nicht so recht auf ein beschauliches Landschloss zu passen schien. Er war ein wilder Geselle, ein Prachtexemplar von einem Mann, scheute keine Gefahr und nahm sich vom Leben was er wollte. Er kannte keine Schranken, war rücksichtslos. Die Frauen flogen ihm nur so zu, sollte später einmal ein Familienmitglied über ihn berichten.“
Dessen war sich auch der Freiherr zu Lebzeiten bewusst, was er auch in seinem Testament vermerkte: „Doch dies war nur die eine Seite. Zugleich war er ein Mann auf der Höhe seiner Zeit, mit einem außergewöhnlich guten Geschmack. Einige Möbel aus seinem Besitz haben sich erhalten und sie beeindrucken bis heute mit ihrer unaufdringlichen Eleganz.“
Im englischen Stil angelegt
Zudem setzte sich Jöchlinger mit der Erschaffung der Gartenanlage beim Schloss Damtschach ein Denkmal: „Er ließ den Garten im englischen Stil anlegen, mit der Gartenmauer und der Ruine, die im Stil der Romantik damals jedes Gartenkonzept beinhaltete, fanden Spolien aus der ehemaligen Burg Aichelberg Verwendung. Brücken, Stege, ein Aquädukt und ein Badehaus sollten die Anlage vervollständigen.“
Viel Zeit und Geld in Garten investiert
Der Freiherr investierte nicht nur viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft in sein Gartenprojekt, so Wiesflecker: „Sondern auch beträchtliche Mittel. Sein Nachlassinventar führt die Pflanzen an, die er für seinen Garten erworben hatte. Der große Aufwand, mit dem Felix Jöchlinger die Gartenanlage geschaffen und betreut hat, ließen seine Nachkommen, aus welchen Gründen auch immer, dieser über Jahrzehnte nicht mehr zukommen.“
Seine drei Töchter, die zu gleichen Teilen Besitzerinnen des Schlosses waren, ließen den Garten eher verwildern. Auch ihre Kinder zeigten wenig Interesse an der aufwendigen Gartengestaltung: „Erst in den 1930er Jahren konnte Jöchlingers Urenkel Felix Orsini-Rosenberg die Anteile der einzelnen Miteigentümer ablösen. Unter seinem Sohn, dem Architekten Felix Orsini-Rosenberg und dessen Frau Brigitte wurde die Gartenanlage gegen Ende des 20. Jahrhunderts wiederhergestellt.“
Biedermeierliche Gartenarchitektur
So steht heute der Park von Schloss Damtschach sogar unter Denkmalschutz: „Er ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der biedermeierlichen Gartenarchitektur in Kärnten.“ Neben dem Garten zeugt auch noch die Grabstätte von Wolfgang Felix Freiherr von Jöchlinger vom Wirken des Aristokraten. Mit ihm endete 1846 die männliche Linie seines Hauses. „Der ihm gesetzte Grabstein am Friedhof von Damtschach teilt dies bis heute mit. Die darauf angebrachte Inschrift hatte Felix Jöchliner im Übrigen selbst verfasst.“ Sie lautete „Der Letzte seines Namens und Stammes, einer alten Deutschen Familie.“