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Parteichefs zwischen Freude und Frust

Die SPÖ hat wichtige Bürgermeistersessel verloren und begibt sich auf Fehlersuche. Sehr zufrieden ist das Team Kärnten, die ÖVP sieht ihr Wahlziel erreicht, und die FPÖ will eine Erneuerung einleiten. Das neue Ziel für alle heißt Landtagswahl 2023.

Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gratulierte allen 132 Bürgermeistern, alten und neuen. Es tue aber weh, wenn man bei Wahlen verliere. „Wir werden alles tun, was notwendig ist.“ Es gebe aber nicht nur Verluste wie in Spittal oder Klagenfurt, sondern auch einige überraschende Gewinne, sagte Kaiser. In allen drei Städten sei die SPÖ stärkste Partei. Manche Kandidaten seien unter Wert geschlagen worden, der Wähler sei aber Souverän, das nehme man zur Kenntnis. Er suche immer seine eigenen Fehler, gemeinsam werde man sich mehr anstrengen, so Kaiser. Die SPÖ erreichte in 28 Stichwahlgemeinden zwar 14 Bürgermeistersessel, verlor aber Klagenfurt, Hermagor und Spittal.

Gruber: ÖVP hat Wahlziel erreicht

ÖVP-Obmann Martin Gruber sagte, man habe das Wahlziel erreicht und in Hermagor den Bürgermeistersessel erobert. Gruber sagte, die Freude überwiege. Man habe ein Plus an Mandaten und Stimmen, „es ist ein freudiger Tag“. Auch Wermutstropfen gebe es, wo gute Persönlichkeiten in der Stichwahl nicht reüssieren konnten. Auch in Klagenfurt sei eine Erneuerung eingeleitet worden. Die ÖVP habe aber ihr bestes Ergebnis seit 30 Jahren erreicht und die meisten Bürgermeister jemals.

Sendungshinweis

ORF Kärnten Wahlsondersendung; 14.3.2021

Team Kärnten hat drei Bürgermeistersessel

Gerhard Köfer (Team Kärnten) sagte, man habe drei Bürgermeistersessel erreicht, in Klagenfurt, Spittal und in Keutschach. „Wir hatten in allen Gemeinden ein klares Programm, ich bin happy.“ Man habe Meilensteine gesetzt und freue sich riesig, werde aber die Aufgabe in Demut annehmen. Auch für die Landtagswahl sieht Köfer gute Chancen.

FPÖ will nach vorn schauen

Gernot Darmann, FPÖ-Parteichef, ist damit konfrontiert, dass mit Christian Scheider ein Ex-FPÖ-Parteifreund gewonnen habe, aber für eine andere Partei. Darmann sagte, die Bevölkerung würde sagen, es sei vergossene Milch. Man wolle in die Zukunft schauen, die Stadtpartei habe in der Vergangenheit ihre Entscheidung getroffen. Eine Erneuerung sei nach der Wahl bereits eingeleitet worden, er habe die Stadtpartei übernommen und wolle sie für die Zukunft vorbereiten. Menschen erwarteten sich Politiker mit Hausverstand, sie wollten keinen Streit, sondern Zusammenarbeit. Das sei die Verantwortung für alle Parteien. Man müsse den Menschen zuhören und umsetzen, Ortsgruppen müssten teilweise neu aufgestellt werden.

Resümee Politologin

Kathrin Stainer-Hämmerle sagte in ihrem Resümee der Stichwahlen, St. Andrä und Maria Saal würden die SPÖ nicht darüber hinwegtrösten, dass sie drei wichtige Städte verloren hat. Das Team Kärnten habe vom Wunsch der Wähler nach Überparteilichkeit und Nähe profitiert.

Die ÖVP habe zugelegt und in Hermagor sogar den Bürgermeistersessel für sich in Anspruch nehmen können. Sie sei nicht von der negativen Stimmung getroffen worden, die die Coronavirus-Krise mit sich gebracht habe, so die Politologin.