Josefine Sonnenmoser kann ihr Rad kaum die Treppe hochschieben
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Soziales

Probleme nach Umbau von Kellerstiege

Barrieren im Sozialbau lautet diesmal das Thema von „Aufgezeigt“. Josefine Sonnenmoser aus Klagenfurt-Fischl lebt in einem typischen Wohnblock aus den 1960er Jahren. Im September wurde die Kellerstiege umgebaut, seitdem hat die ältere Mieterin große Probleme, ihr Rad aus dem Keller zu holen.

Josefine Sonnenmoser lebt von Anfang in dem Haus, sie ist begeisterte Radfahrerin. Seit die Kellerstiege erneuert wurde, ist es für sie und ihren Mann aber fast unmöglich, die Räder herauf zu bringen: „Vorher war es flacher, ich bin leichter hinunter und hinauf gekommen. Jetzt komme ich gerade noch hinauf, aber nicht hinunter. Es ist zu steil.“

Die alte Treppe auf einem Foto
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Die alte Stiege ist nicht mehr der Norm entsprechend

Es liege aber nicht an ihrem Alter, meint die Mieterin, sondern an der Steilheit der Treppe. Vor dem Haus könne sie die Räder nicht stehen lassen, sie würden beschädigt werden und Teile abmontiert, das habe sie schon erlebt. Die alte Stiege hatte beidseits Rampen für Kinderwagen und Rad, die neue Stiege hat keine Rampen mehr, sondern nur eine schmale Rinne für Räder.

Josefine Sonnenmoser sucht einen Platz für ihr Rad
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Josefine Sonnenmoser sucht einen Platz für ihr Rad

Treppe heute nicht mehr zugelassen

Die neue Stiege entspreche der Bauordnung und sei bequemer zu begehen, sagte Sachverständiger Gerhard Hirm. Früher habe man so geplant, dass man Kinderwagen in den Keller transportieren konnte. Die Treppe war so schmal, dass man mit den Rädern rechts und links auf der Rampe fahren konnte. Die Stufenhöhe war dafür weit über 18 Zentimeter, das sei heute nicht mehr zugelassen. Für Fahrräder gehe es mit der schmalen Schiene auch heute noch, aber es sei ungewohnt, weil es nur noch einseitig möglich sei. Wohnungsreferent Frank Frey (Grüne) sagte zum Umbau der Stiege, es sei eine Notlösung und nicht optimal.

Frank Frey von den Grünen
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Frank Frey

Umbau des Müllhauses als Lösung

Für das Radproblem bleibt als Lösungsmöglichkeit das Müllhaus. Es ist direkt an der Hausfassade angebaut und das ist brandschutztechnisch verboten. Die vorgeschriebenen drei Meter Abstand sind überall unterschritten. Einig sind sich Sachverständiger und Wonungsreferent, dass man es umbauen oder ganz neu errichten müsste. Da könnte man die Räder einplanen.

Sendungshinweis:

Aufzeigt, Radio Kärnten/Kärnten heute; 2.3.2021

Die Mieterin meinte, man müsste die Fahrräder auf jeden Fall einsperren können. Im Müllhaus wäre genug Platz für die Räder, wenn man eine Wand einziehe, so der Sachverständige.

Sachverständiger Gerhard Hirm
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Sachverständiger Gerhard Hirm

Dafür kann sich auch der Wohnungsreferent der Stadt erwärmen. Frey sagte, wenn man einen Anbau am Müllhaus mache und eine versperrbare Radabstellmöglichkeit schaffe, wäre das praktischer und bequemer. Außerdem könnte man Ladestationen für E-Fahrräder mit einplanen. Für das Ehepaar Sonnemoser wäre das Müllhaus mit Radkäfig ein annehmbarer Kompromiss, der sie vor dem gefährlichen Kellerabgang bewahren würde.

Begehung steht beim Müllhaus
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Das Müllhaus rechts wird umgebaut und bekommt einen versperrbaren Radkäfig