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Diskussion: Zukunft des Wintertourismus

Die Zukunft des Wintertourismus angesichts des Klimawandels und der zunehmend wärmeren und schneeärmeren Wintermonate ist im Mittelpunkt der „Streitkultur“ am Montagabend gestanden. Die derzeit gute Buchungslage und hohe Auslastung werden sich wohl nur mit neuen Initiativen und Ideen halten lassen.

Die Aussichten für den Wintertourismus scheinen nicht rosig zu sein. 21 der vergangenen 22 Monate waren zu warm. Die Temperatur- und Schneefallgrenze steige, sagte der Meteorologe Christian Stefan: „In Höhenlagen zwischen 1.300 und 1.500 Meter ist das in Zukunft kritisch, wo der Beschneiungsaufwand sehr stark ansteigen wird.“ Das werde in 20 oder 30 Jahren die Herausforderung sein.

In dieser kritischen Höhenlage liegt etwa das Familienskigebiet Hochrindl. Betreiberin Alexandra Bresztowanszky konnte das Skigebiet mit 400 Unterstützern retten und einen neuen Speicherteich für die Beschneiung errichtet: „Wir haben steigende Besucherzahlen, der Winter ist vermutlich der beste bisher. Wir machen alles richtig und ich glaube, dass sich das auch in Zukunft wirtschaftlich führen lässt.“

Sendungshinweis:

Radio Kärnten Streitkultur, 27.1.2020

Alternativen gesucht

Wenn sich Klima und Wetter so stark ändern, wird der Tourismus Alternativen brauchen, sagt Michaela Tiefenbacher von den Natur Hotels Faaker See. Dann werde man eben hoch oben Skifahren oder die Kunst des Schneemachens werde so perfektioniert, dass man auch auf 1.000 Metern fahren könne. Dann werde es Schneebänder für Skifahrer geben. Oder man werde auch im Winter Radfahren und Moutainbiken.

Ein Beispiel für ganz naheliegende Alternativen sei etwa das Tourengehen, sagt Wolfgang Löscher, der Obmann der Kärntner Seilbahnwirtschaft: „Es ist ein Zusatzangebot, das wir wirtschaftlich nutzen können, denn den Schnee haben wir sowieso produziert.“ Man müsse Zeiten für Tourengeher reservieren.

Sommersaison noch mehr stärken

Um konkurrenzfähig zu sein, müsse der Tourismus so breit wie möglich aufgestellt sein, sagt Tourismus-Landesrat Sebastian Schuschnig (ÖVP). Die Regionen des Wintertourismus müssen künftig ganzjährig ausgelastet werden. Das gelinge in einigen Gebieten mit Mountainbiketrails und Wanderangeboten schon sehr gut. Eine gute Sommersaison könne derzeit einen nicht so erfolgreichen Winter noch nicht ausgleichen, aber es müsse mittelfristig möglich sein.

Großes Thema Personal

Generell werden die Skigebiete vermehrt auf den Ganzjahrestourismus setzen müssen. Ein Thema werde wohl auch die demographische Entwicklung sein. Der Tourismus wird künftig genug Arbeitskräfte brauchen, sagte Naturparkmanager Robert Heuberger. Gerade im Tourismus sei es großes Thema. Denn man könne das schönste Skigebiet haben, wenn niemand mehr im Tourismus arbeiten wolle, helfe das gar nichts.

Noch kommen die meisten Urlaubsgäste im Winter zum Skifahren nach Kärnten. Nachhaltige Konzepte für Alternativen müssen in den kommenden Jahren und wohl Jahrzehnten entwickelt werden.