Frau nach Operation an Malaria gestorben

Im Elisabethinenkrankenhaus in Klagenfurt soll eine Patientin nach einer Hüftoperation durch eine mit Malaria infizierte Blutkonserve gestorben sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung.

Die 84-jährige Frau aus dem Bezirk Völkermarkt wurde im Februar einer Routineoperation an der Hüfte unterzogen. Sie wurde aus dem Krankenhaus entlassen, im Lauf der Zeit verschlechterte sich ihr Zustand und sie wurde erneut ins Krankenhaus eingewiesen. Obwohl sie sofort behandelt wurde, verstarb die Patientin am Montag auf der Intensivstation. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen.

Elisabethinen Krankenhaus Blut Blutspende

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Blut von vier Spendern bekommen

Markus Kitz von der Staatsanwaltschaft Klagenfurt sagte, die Obduktion habe eindeutig einen Malaria-Erreger nachgewiesen. Eine Konserve dürfte verunreinigt gewesen sein, man habe die Frau wegen Malaria behandelt, habe sie aber nicht mehr retten können. „Malaria war kausal für den Tod der Dame verantwortlich.“

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Malaria in Blutkonserve?

Die vier Spender, von denen die Frau bei der Operation Blutkonserven bekam, seien bekannt, alle vier seien Stammspender, sagte Albert Sima, Leiter der Blutspendezentrale. Beutel und dazugehörige Dokumentation werden mit Zahlen versehen und bleiben bis zum Patienten in der Krankengeschichte vermerkt. Man könne alles nachvollziehen. Ob tatsächlich eine Konserve Schuld am Tod der Frau ist, wird in einem Labor in Wien getestet, am Donnerstag soll eine Ergebnis vorliegen.

Studiogespräch in voller Länge

Albert Sima, der Leiter der Blutspendezentrale, war zu Gast in „Kärnten heute“.

Die ärztliche Leitung des Elisabethinenspitals zeigte sich am Mittwoch „schwer schockiert“ vom Tod der Patientin möglicherweise durch eine infizierte Blutkonserve. Ein Interview wollte man dem ORF nicht geben.

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Blutspender werden befragt

Wer in Österreich Blut spenden will, muss zuvor einen Fragebogen ausfüllen, dabei ist auch die Frage nach Auslandsaufenthalten. Bei Gebieten mit Malaria gilt eine Wartezeit bis zum Blutspenden von sechs Monaten. Laut Rotkreuz-Sprecherin Melanie Reiter testet man die Blutspenden auf „alle möglichen Dinge, sogar auf das West-Nil-Virus“, aber Malaria sei derzeit nicht dabei. Man sei bei dem Fragebogen auf die Ehrlichkeit der Blutspender angewiesen. Getestet wird immunologisch auf HIV-Antigen und -Antikörper, Hepatitis-B-Antigen, Hepatitis-C-Antikörper, Syphilis-Antikörper, Neopterin-Test sowie molekularbiologisch auf HIV, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Hepatitis E, Parvo B19.

Malaria ist häufigste Infektionskrankheit

Malaria (Tropenfieber, Sumpffieber) ist eine Fiebererkrankung, die von einzelligen Parasiten ausgelöst und von Stechmücken übertragen wird. Eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung ist nur durch eine verletzte Plazenta bei Schwangeren während der Geburt und Bluttransfusionen möglich.

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Malaria hat verschiedene Formen und ist die häufigste Infektionskrankheit der Welt. Es gibt zwar vorbeugende Medikamente, aber keinen hundertprozentigen Schutz, zumal immer mehr Erreger immun werden. Impfstoff gibt es keinen, die Behandlung Erkrankter sollte möglichst früh beginnen.

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