Tourismusschule setzt auf Slow Food

Die Kärntner Tourismusschule in Warmbad-Villach ist bereits als Genussschule zertifiziert, nun arbeitet man am Projekt Slow Food. Eine erste spezialisierte Klasse gibt es bereits, es geht nicht nur um Genuss, sondern auch um Nachhaltigkeit und altes Wissen.

Die Kärntner Tourismusschule ergänzt die klassische Tourismusausbildung mit einer nachhaltigen Lebensschule. Slow Food ist eine Philosophie und eine Sammlung von Ideen wonach Lebensqualität mit guter Ernährung zusammenhängt. Es ist aber auch Genuss mit Verantwortung und Wissen um die Herkunft von Lebensmitteln. Dies will man den Schülern näher bringen.

Hofbäckerei Brot

ORF

Slow Food hat auch mit Herkunft von Rohstoffen und Qualität der Verarbeitung zu tun

Altes Wissen wird weitergegeben

Auf dem Stundenplan der Slow Food Klasse steht zum Beispiel Kräuterkunde. Kräuterexpertin Rosmarie Kranawetter aus dem Kräuterdorf Irschen unterrichtet als Kräuterbotschafterin. Für sie ist Slow Food der richtige Weg, fast verlorenes Wissen werde wieder gelehrt, hier sei gute, ehrliche Natur drin. Slow Food entstand als Protest gegen das Fast Food, das zwischendurch konsumiert wird.

Nikolaus Lanner reiste mit seiner Mutter aus dem Lesachtal an, um den Schülern der KTS Villach das Lesachtaler Brot näher zu bringen und erzählte von den alten Tagen des Brotbackens in den Tälern: „Wichtig ist, dass man das Handwerk der nächsten Generation weitergibt.“ Die Wurzeln des Geschmacks hätten das Lesachtal nie verlassen, ist Lanner überzeugt.

Neu auch für die Lehrer

Die erste Slow-Food-Klasse ist auch für die Lehrer einen neue Erfahrung, sagte Schuldirektor Gerfried Pirker: „Diese Idee hat sich entwickelt aus unserer Idee, dass wir Slow-Food-Schule werden wollen. Wir haben gesagt, wir wählen eine Klasse und lernen als Lehrer zusammen mit den Schülern.“

Zahlreiche Schulungen und Veranstaltungen mit Experten fanden schon statt und weitere werden folgen, so der Direktor. Man versuche, das Thema in die Köpfe zu bringen. Die Begeisterung der Jungen sei da, Ziel sei es, dass die Jugend das auch nach Hause bringe. Es gehe ja auch darum, wo das Fleisch herkomme, was die Tiere fressen, wo werde produziert, sei es gentechnisch behandelt. Es reiche bis zum Thema Müll- und Plastikvermeidung. Die Idee der Nachhaltigkeit müsse in den Köpfen ankommen, so Pirker.

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