Kurhaus Reichel wird Wahlinstitut

Das Klagenfurter Kurhaus Reichel hat den Vertrag mit der Gebietskrankenkasse gekündigt, weil die Tarife schon seit Jahren nicht mehr kostendeckend seien. Bis Jahresende können Patienten ihre Leistungen noch konsumieren, dann gehe es in Richtung Wahlinstitut.

Wegen der dreimonatigen Kündigungsfrist für den Vertrag mit der Gebietskrankenkasse können Patienten ihre pyhiskalisch-medizinischen Behandlung noch auf Kassenkosten und ohne Zuzahlung konsumieren. Doch auch danach wird das Haus nicht geschlossen, betonte die Familie Reichel am Freitag in einer Pressekonferenz. Das Therapieangebot solle aufrecht bleiben, das Haus werde weitergeführt wie bisher, sagte Magdalena Maieritsch-Reichel. Sie ist neben ihren Geschwistern Antonia Sintschnig-Reichel, Cäcilia Fenzl-Reichel und Johannes Reichel eine der Geschäftsführerinnen.

Kurhaus Reichel Masage

WKK/Just

Massage im Kurhaus Reichel

Das Kurhaus besteht seit mehr als 60 Jahren, die Auslastung der vergangenen drei Jahre habe 95 Prozent betragen, 120.000 Therapieleistungen pro Jahr werden durchgeführt. Doch die Tarife seien nicht mehr kostendeckend gewesen. Damit habe man nicht mehr betriebswirtschaftlich arbeiten können.

„Gespräche mit GKK positiv“

„Wir sind in einer Umstrukturierung, wir versuchen, vom alten System mit dem Vertragspartner Krankenkasse wegzukommen in Richtung Wahlinstitut. Uns ist klar, dass das für viele Patienten ein riesengroßer Schritt ist, weil finanzielle Vorleistungen zu tätigen sind.“ Man werde mit der Krankenkasse noch darüber verhandeln, wie diese abgefedert werden können, so Maieritsch-Reichel: „Wir sind gestern bei der Gebietskrankenkasse gewesen und haben angefragt, ob es eine Möglichkeit gebe, eine Erleichterung für die Patienten zu erwirken, indem wir direkt verrechnen oder eine Form finden, damit die Patienten schneller zu ihrem Geld kommen.“ Die Vorschläge seien positiv aufgenommen worden, es werde hier sicherlich Gespräche geben, man hoffe, eine Alternative für die Patienten zu finden.

Mitarbeiter können selbstständig arbeiten

Bis eine solche Lösung ausverhandelt ist, bekommen die Patienten nach dem 1. Jänner 2019 wie bei allen anderen Instituten 80 Prozent des Kassentarifs ersetzt. 47 Mitarbeiter wurden zur Kündigung angemeldet. Es könne noch nicht gesagt werden, wie viele von ihnen tatsächlich gekündigt werden müssen. Das hänge ganz davon ab, wie sich die Patienten das Angebot in Zukunft annehmen werden, sagte Maieritsch-Reichel. Da Angebot, dass die Therapeuten auf selbstständiger Basis im Kurhaus weiterarbeiten, stehe in jedem Fall. Das Therapieangebot werde man ausweiten und vermehrt auf Gesundheitsvorsorge und Prävention setzten.

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