Ländlicher Raum erhält schnelles Internet

In ländlichen Gegenden soll die „Breitbandinitiative Kärnten“, die beim Land angesiedelt ist, den Ausbau des schnellen Internet vorantreiben. Noch heuer werden in Lendorf bei Spittal, am Weißensee und in Seeboden Glasfaserleitungen verlegt.

Das schnelle Internet mit Glasfaserkabel ist Voraussetzung dafür, dass Betriebe zeitgemäß arbeiten können. Aus diesem Grund forciert das Land Kärnten den Breitbandausbau. Ziel von Politik und Wirtschaft ist es, möglichst ganz Kärnten mit dem schnellen Internet zu versorgen. Daher werden in den Gemeinden Masterpläne für den Breitbandausbau erstellt.

Infrastrukturgesellschaft arbeitet an Lückenschluss

Die Planung wird von der Breitbandinitiative Kärnten koordiniert, die vor mehr als zehn Jahren ins Leben gerufen wurde. Diese wurde jetzt um eine Infrastrukturgesellschaft erweitert, sagt Geschäftsführer Peter Schark: „Wir werden jetzt nicht mehr nur moderieren und Bewusstsein schaffen, sondern wir werden bauen und tatsächlich Lücken im Glasfaserausbau schließen.“

Hauptsächlich im sogenannten „Rückgrat-Netz“, im Backhaul und -bone, gebe es laut Schark Handlungsbedarf: „Das heißt konkret, dass wir das Rückgrat des Glasfasernetzes in Kärnten so stärken und so attraktiv gestalten wollen, dass es im Zugangs-Netz - im Access-Bereich - zum Endkunden für die Provider aktiv wird.“ Damit wird für die Anbieter eine zusätzliche Infrastruktur geschaffen.

Breitband Ausbau

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Lendorf, Weißensee und Seeboden noch heuer dran

Die ersten dieser Lückenschlüsse im Glasfasernetz werden noch heuer umgesetzt: Unter anderem in Lendorf bei Spittal, am Weißensee und in Seeboden. Man übernehme damit aber keineswegs die Rolle eines Internetanbieters, sondern schaffe eine zusätzliche Infrastruktur für die Anbieter, sagt Schark.

In Gemeinden, in denen das Kanalnetz erneuert oder ein Radweg errichtet wird, werden die Glasfaserkabel gleich mitverlegt, so wie derzeit im Lesachtal und in Dellach. Überall anders werden sie nachträglich in den Boden gefräst bzw. gepflügt. Die Errichtung wird von Bund, Land und EU gefördert.

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Klaus Bergmann, Projektleiter von „Glasfasernetz Kärnten“: „Man will, dass diese Netze nicht mehr einem Monopolisten gehören, der nur dort Dienste anbietet, sondern es soll die Gemeinde das unabhängige Netz haben bzw. der Besitzer sein. Für alle Provider gibt es die Möglichkeit, auf diese Netze zuzugreifen und ihre Dienste anzubieten.“ Den Internetanbieter kann dann jeder Haushalt frei wählen.

Kärnten an zweiter Stelle in Österreich

So weit hinten wie immer wieder behauptet liege Kärnten im Breitbandausbau nicht, sagt Schark: „Kärnten ist nicht Schlusslicht bzw. im letzten Drittel. Es wurde gerade bescheinigt, dass Kärnten durch die Breitbandmilliarde in der ersten Phase an zweiter Stelle in Österreich liegt. Wir wissen, dass in Kärnten ungefähr 20 Prozent der Gebäude zwischen 60 und 65 Prozent der Kosten verursachen würden, wenn wir flächendeckend ausbauen. Das heißt, die hundert Prozent werden es nie werden.“ Es gebe aber alternative Technologien, wo mit Richtfunk Lösungen erreicht werden können.

Heuer werden noch neun Millionen Euro verbaut. Insgesamt stehen für die nächsten Jahre 60 Millionen Euro zur Verfügung.

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