Wochengeld-Neu bringt Vorteile

Laut Oberstem Gerichtshof wird das Wochengeld neu berechnet. Nicht mehr die letzten drei erwerbstätigen Monate vor dem Mutterschutz, sondern vor Beginn der Schwangerschaft sind Basis, was Müttern finanzielle Vorteile bringt.

Es sind zwar nur ein paar Seiten des Obersten Gerichtshofes, die wohl bei den Krankenkassen für erhitzte Gemüter sorgen dürfte, schließlich wird das Wochengeld ja auch über die diese Stellen ausbezahlt. Es kann pro Fall um mehrere tausend Euro gehen - je nach dem, wie viele Überstunden geleistet wurden. Auch die Anzahl an Stunden, die an Sonn- und Feiertagen gearbeitet wurden, ist relevant - rückwirkend bis ins Jahr 2016, sagt Michaela Eigner-Pichler von der Arbeiterkammer.

OGH Wochengeld Entscheid

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OGH-Entscheid

Neuberechnung und Nachverrechnung für Altfälle

„Das heißt, Frauen können bis zwei Jahre rückwirkend eine Neuberechnung und Nachverrechnung des Wochengeldes einfordern“, so die Expertin. Beim Arbeitgeber könne eine neue, korrigierte Entgeldbestätigung verlangt werden. Der Arbeitgeber habe darin die Überstunden oder die Sonn- und Feiertagsentgelte zu berücksichtigen. Diese Bestätigung müsse bei der jeweiligen Krankenkasse vorgelegt werden. „Dann kommt es zur Nachverrechnung und Nachbezahlung des Wochengeldes“, so Eigner-Pichler.

AK Michaela Eigner Pichler

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Bei Michaela Eigner-Pichler von der Kärntner Arbeiterkammer gibt es derzeit zahlreiche Anfragen zum Thema Wochengeld

Die Rechtsexpertin rät Müttern, sich jetzt zu melden, um sich beraten zu lassen. Im Einzelfall geht es allein beim Wochengeld um mehrere hundert Euro. Das hat direkte Auswirkungen auf das Kinderbetreuungsgeld, denn je höher das Wochengeld ist, desto mehr Kinderbetreuungsgeld gibt es auch: „Wenn eine Frau vor ihrer Schwangerschaft pro Woche fünf Überstundent, also 45 Stunden in der Woche geleistet hat, und nach der Meldung ihrer Schwangerschaft musste sie einen neuen Vertrag unterschreiben, in dem steht, dass sie nur mehr 40 Stunden machen soll. Konkret kann man sagen, dass sie vorher 1.600 Euro netto verdiente und dann 1.400. Wenn man dann den Tagsatz ausrechnet und auf die Dauer des Wochengeldbezuges, also 113 Tage, sind wir da schon bei einem Betrag von rund 650 Euro. Wenn man das dann weiter berechnet und dem Kinderbetreuungsgeld zu Grunde legt sind das noch einmal 1.400 Euro, also reden wir von rund 2.000 Euro in dem konkreten Fall.“

Symbolbild Schwangere Mutter Kind Wochengeld

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Mutter und Kind

Die Neuregelung könnte allein in Kärnten hunderte Mütter treffen, die Anspruch auf ein erhöhtes Wochen- und Kinderbetreungsgeld hätten. Vor allem Krankenhausbedienstete oder auch im Angestellte im Einzelhandel würden dazu zählen.

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