Artenschutz-Aktion: Zähl deine Schmetterlinge

Weil bereits die Hälfte aller österreichischen Schmetterlingsarten vom Aussterben bedroht oder gefährdet ist, rufen Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 bis 5. August zur Schmetterlingszählung in Österreichs Gärten auf.

„Zeig her deinen Schmetterlingsgarten“ nennt sich die" Citizen-Science"-Zählaktion, bei der herausgefunden werden soll, welche Schmetterlinge in den heimischen Gärten, Balkonen und Terrassen flattern. Ist das Große Ochsenauge wieder der meistgesichtete Schmetterling in Österreichs Gärten? Bleibt Niederösterreich das artenreichste Bundesland? Und wo befindet sich der artenreichste Garten Österreichs? Im letzten Jahr lag dieser mit 244 Schmetterlingsbeachtungen in Kärnten.

Großes Ochsenauge

Blühendes Österreich

Großes Ochsenauge

Die häufigsten Schmetterlingsarten in Österreich waren 2017 das Große Ochsenauge (874 Sichtungen), der Kaisermantel (870 Sichtungen), und der Admiral (801 Sichtungen).

Private Gärten wichtig für Artenvielfalt

„Wie wichtig naturnah gepflegte Gärten sind, verdeutlicht der Rückgang artenreicher Blühwiesen um knapp 60 Prozent in den letzten drei Jahrzehnten“, sagte Ronald Würflinger, Geschäftsführer von Blühendes Österreich. „Jeder artenreiche und wilde Garten ist ein Beitrag für mehr Schmetterlingsvielfalt.“ Schließlich gibt es rund 3,9 Millionen Haushalte in Österreich, davon haben 86 Prozent einen Garten, Balkon und/oder eine Terrasse. „Da können Gärtnerinnen und Gärtner einiges zu unserer heimischen Artenvielfalt beitragen, oder durch Gift und karge Gärten kaputt machen“, so Würflinger.

Die Schmetterlingszählung in den Gärten sei ein wichtiger Baustein, um den Zustand der Faltervielfalt auf privaten Flächen in Österreich zu dokumentieren. Leonore Gewessler, Geschäftsführerin von GLOBAL 2000: „Die App ‚Schmetterlinge Österreichs‘ ermöglicht es Benutzern nicht nur, die Artenvielfalt der Falter zu erfassen, sondern auch ihre Verbreitung zu beobachten und ihre Anzahl abzulichten.“

Segelfalter

Helmut Höttinger

Segelfalter

Genützt werden die Daten von Wissenschaftlern, um Verbreitungskarten zu adaptieren und den Artenschutz voranzutreiben. Bei der Schmetterlingszählung 2017 wurden 12.000 Schmetterlinge in 25 Tagen gemeldet.

Artenreichste Bundesländer

  1. Niederösterreich ist schmetterlingsreichstes Bundesland (knapp 2.400 Schmetterlingsbeobachtungen) - das liegt nicht nur daran, weil es die größte Region ist, sondern es sehr viele verschiedenen Lebensraumtypen gibt
  2. Platz: Steiermark (2.299 beobachtete Exemplare)
  3. Platz: Kärnten (1.707 Sichtungen)

Blühendes Österreich und GLOBAL 2000 empfehlen biologischen Dünger wie Kompost oder natürliche Schädlingsbekämpfungsmittel, um den Boden gesund zu halten und den Grundstein für Artenvielfalt im Garten zu legen. Wer speziell Schmetterlinge im Garten haben möchte, der mäht weniger und lässt Brennnesseln stehen. Damit steht sowohl Futter für die Raupen, als auch Nektar für die Schmetterlinge bereit.

Schmetterlinge fotografieren

Schmetterlingsexperte Helmut Höttinger ruft alle Gartenbesitzer auf, die Schmetterlinge zu fotografieren. Die Ergebnisse der Zählung gehen in eine Bestandsstudie ein. „Segelfalter, Großes Ochsenauge, Admiral oder Kaisermantel: jedes Schmetterlingsfoto zählt und hilft der Wissenschaft. So kam letztes Jahr ein Thymian Bläuling (Pseudophilotes vicrama) im Südburgenland (Eisenberg an der Raab) einer Teilnehmerin vor die Linse. Er wurde dort nur drei Mal gesichtet, zuletzt vor 20 Jahren im Jahr 1998.“

Thymian Bläuling - wissenschaftliches Highlight des Vorjahres

Sylvia B

Wissenschaftliche Rarität: Thymian Bläuling

Information

  • Zeitraum 12. Juli bis 05. August 2018
  • App „Schmetterlinge Österreichs“ öffnen bzw. herunterladen und anmelden
  • Unterschiedliche Schmetterlingsarten im Garten fotografieren und über die App im Rahmen der Aktion „Zeig her deinen Schmetterlingsgarten“ hochladen
  • APP-Download hier: Blühendes Österreich (Homepage)