Hypo-Verfahren um „Hilltop“ fortgesetzt

Im Hypo-Prozess um die Causa „Hilltop“ am Landesgericht Klagenfurt ist am Dienstag der erste der drei angeklagten kroatischen Geschäftsleute einvernommen worden. Er sagte, bis zur Einvernahme habe er davon noch nie gehört.

Er bekannte sich nicht schuldig. Von der Firma „Hilltop“ habe er bis zur polizeilichen Einvernahme noch nie etwas gehört, erklärte er der Vorsitzenden des Schöffensenats, Lisa Kuschinsky. Ebenfalls angeklagt sind die beiden Ex-Hypo-Vorstände Wolfgang Kulterer und Günter Striedinger - mehr dazu in Hypo-Prozess: Kulterer „nicht schuldig“.

Der Kroate erklärte, mit den beiden direkt nichts zu tun gehabt zu haben. Das wäre allein an der Sprachbarriere gescheitert. Er sei Kunde der Hypo in Kroatien und Bosnien-Herzegowina gewesen. Die beiden mit angeklagten Kroaten seien im Geschäftsleben bekannte Persönlichkeiten, aber er habe keinerlei Kontakte zu ihnen gehabt.

Unterlagen sollen Eigentum belegen

Die Richterin hielt ihm ein Dokument vor, wonach er zu 32 Prozent Eigentümer besagter „Hilltop Holding“ sei. Das sei eine Konstruktion, die nicht stimme, erklärte er dazu. Mit dem Kauf einer Liegenschaft in den Jahren 2002/03 auf der Insel Pag habe er nichts zu tun gehabt, bekräftigte er auf Nachfrage des Staatsanwalts Andreas Höbl. Das Grundstück war das Asset der „Hilltop“, die von der Hypo Consultants Liechtenstein von den drei Kroaten gekauft worden sein soll. Er habe auch nie eine Firma oder ein Bankkonto in Liechtenstein gehabt, sagte der Geschäftsmann dazu.

„Fehler in Hypo Zagreb“

Weiters erzählte der Angeklagte, seine Geschäfte seien stabil gewesen, durch einen Fehler der Hypo Zagreb sei ein Unternehmen, bei dem er Gläubiger gewesen sei, in Schwierigkeiten geraten. Er habe darauf vertraut, dass die Hypo dieses Problem löse. So habe er Kredite in der Höhe von 2,5 Mio. Euro sowie 600.000 Euro von Firmen erhalten, hinter denen die Hypo gestanden sei.

Er habe erst später durch Nachforschungen festgestellt, dass diese Unternehmen miteinander verbunden waren. Ohne diese Lösung hätte er die Hypo klagen müssen, habe aber darauf verzichtet und „Geduld geübt“ und darauf vertraut, dass die Hypo dieses Problem löse. Ob Striedinger über all das informiert gewesen sei, wisse er nicht, so der Geschäftsmann auf eine diesbezügliche Frage des Staatsanwalts.

Sowohl Kulterer als auch Striedinger hatten in ihren Einvernahmen erklärt, nie etwas von diesen Firmen gehört zu haben. Der kroatische Unternehmer erklärte, die Aktionen seien über eine hochrangige Hypo-Mitarbeiterin gelaufen, die zu einem späteren Zeitpunkt als Zeugin geladen ist. Die Verhandlung wurde mit der Einvernahme des zweiten angeklagten kroatischen Geschäftsmanns fortgesetzt.

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