Frau mit Lift in Wohnhaus abgesackt

Schock in einer neu errichteten Wohnanlage in Maria Rain: Eine junge Frau stürzte, wie sie sagte, mit dem Aufzug ein Stück ab und erlitt eine Stauchung der Wirbelsäule. Die Liftfirma nannte es einen „harten, ungedämpften“ Aufprall.

Unter dem Titel „Schlüsselerlebnis“ hatte am Mittwoch das Land Kärnten die Übergabe von 15 Wohnungen in Maria Rain an die neuen Mieter der Öffentlichkeit mitgeteilt. Was dann das junge Paar erlebte, war allerdings ein „Schockerlebnis“: Nach dem Einräumen der Wohnung wollte die Freundin des Mieters, Bettina Ogris, mit dem Lift in den Keller fahren, als dieser plötzlich abstürzte, wie sie sagte.

Lift Abgestürzt Maria Rain

ORF/Peter Matha

Das neue Wohnhaus.

„Zum Glück nichts gebrochen“

„Ich bin in den Lift eingestiegen und habe auf ‚Keller‘ gedrückt. Dann hat sich der Lift kurz in Bewegung gesetzt. Plötzlich hat es einen Reißer gemacht, und er ist - wie im freien Fall, wie in einem Ringelspiel im Prater - abgestürzt. Er hat dann kurz gestoppt - da habe ich kurz Luft holen können - und dann ist er hinuntergesaust“, so Ogris. Laut Arzt erlitt sie eine Wirbelsäulenstauchung. „Es ist zum Glück nichts gebrochen“, sagte Ogris.

Lift Abgestürzt Maria Rain

ORF/Peter Matha

Der Lift darf nicht benutzt werden.

Liftfirma: „Ungedämpfter Aufprall“

Bauträger der Wohnanlage ist die Villacher gemeinnützige Meine Heimat. Geschäftsführer ist Harald Repar. Er forderte am Donnerstag von der Firma, die den Lift eingebaut hatte, eine erste Stellungnahme an. Darin heißt es, es habe im Keller einen harten, ungedämpften Aufprall gegeben.

Von der Liftfirma heißt es, der Lift sei nicht abgestürzt. Er werde gebremst, wenn er zu schnell nach unten fahre. Allerdings sei der Lift dann fünf Zentimeter unter dem Niveau des Kellerbodens zu stehen gekommen. Die Anlage sei vor zwei Wochen von einem unabhängigen Aufzugsprüfer getestet und freigegeben worden.

Lift Abgestürzt Maria Rain

ORF

Bettina Ogris und ihr Freund Andreas Brunner

Notrufsystem funktionierte nicht

Das dürfte auch der Grund dafür sein, weshalb die Frau die Lifttüre zunächst nicht aufbrachte. Außerdem habe das Notrufsystem nicht funktioniert, ergänzte der Freund des Opfers, Andreas Brunner: „Die Türen haben geklemmt, das Notrufsystem hat nicht funktioniert, und es gab keinen Handyempfang.“ Laut Polizei Ferlach, die am Mittwoch an Ort und Stelle war, soll am Freitag ein Sachverständiger kommen, um sich den Lift anzuschauen. Er wurde bis auf Weiteres gesperrt.