Wertvolles Holz in vielen Facetten

Die Teilnahme bei der Wertholz-Versteigerung in Slovenj Gradec ist seit einigen Jahren auch für viele Kärntner Landwirte ein Fixpunkt. Ein Instrumentenbauer, der aus Holz Gitarren fertigt, ist Ales Erman. Er hat sich auf Oberkrainer-Gitarren spezialisiert.

Zur 13. Versteigerung wurden 3.420 Baumstämme angeliefert, mehr als 12.000 Gebote wurden innerhalb von zehn Tagen von den Interessenten abgegeben. Vorbild für die Veranstaltung waren Versteigerungen in Deutschland, wo für besondere Stämme Höchstpreise erzielt wurden. Mittlerweile ist dies auch in Slovenj Gradec der Fall.

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Die Auswahl war auch heuer wieder groß

Die Organisatoren ziehen eine positive Bilanz, sagt Jože Jeromel vom Waldverband Slowenien: „Unser Verband ist mit der Versteigerung sehr zufrieden. Die Zahl der Anbieter und der Käufer steigt von Jahr zu Jahr und auch die Öffentlichkeit zeigt immer mehr Interesse. Wir haben mittlerweile schon ein kleines Platzproblem und müssen praktisch jedes Jahr das Areal erweitern. Für nächstes Jahr und die 14. Versteigerung sind wir allerdings schon gerüstet.“

Sendungshinweis:

„Servus, Srečno, Ciao“, 23.2.19

Slowenisches Bergahorn erzielte Höchstpreis

Mit einem Stückpreis von knapp 18.000 Euro kam vergangenes Jahr der Champion aus Kärnten. Auch heuer erzielte wieder ein Bergahorn, ein „Gorski Javor“ aus Slowenien, den besten Preis: Sie ist sechs Meter lang, hat einen Durchmesser von 60 Zentimeter. Das ergibt 1,67 Kubikmeter Holz und einen Stückpreis von 15.389 Euro.

Auch die Kärntner Teilnehmer ziehen eine positive Bilanz. Immer mehr Forstwirte liefern Holz zur Versteigerung, sagt Marijan Tomazej von der Kärntner Landwirtschaftskammer: „Wir haben mit 20 Festmeter angefangen; Mittlerweile sind es schon mehr als hundert. Das Interesse ist stark gestiegen.“

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Bei der Wertholzversteigerung gibt es genug Zeit für Fachgespräche

Beurteilung noch vor dem Schlägern

Die Auswahl der Stämme aus Kärnten, die zur Wertholzversteigerung nach Slovenj Gradec gebracht werden, erfolge nach strengen Kriterien, so der Experte: „Die Berater, die diese Stämme auswählen, schauen schon am stehenden Baum ganz genau, was an Fehlern zu sehen ist. Ich sage immer: Solange der Baum steht, ist er am Schönsten. Sobald er geschlägert ist sieht man den einen oder anderen Fehler zusätzlich. Man muss dann halt immer entscheiden, ob er es wert ist, nach Slowenien gebracht zu werden oder nicht.“

Ein wenig Erfahrung gehört schon dazu und natürlich die Begeisterung für die Sache, bestätigt der Landwirt Erich Schönhart aus Kärnten. Er konnte einen guten Preis für sein Holz erzielen: „Ich war schon im vergangenen Jahr als Gast hier. Wir haben drei Lärchen und zwei Eichen aus unserem Wald ausgewählt. Wir konnten sie gut vermarkten. Auch nächstes Jahr werde ich sicher wieder teilnehmen.“

Dann gibt es die nächste Chance und die Hoffnung auf einen guten Preis für Holz aus Kärnten.

Handgemachte Oberkrainer-Gitarren

Auch Instrumentenbauer kommen gerne nach Slovenj Gradec, um Material für ihre Projekte einzukaufen. Für Aleš Erman aus Radovljica ist Holz ein wertvoller Rohstoff. Mit viel Gefühl, aber auch Fachwissen sucht er die Teile für seine Gitarren aus.

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Aleš Ermann in seiner Werkstatt

Schon die Bretter müssen klingen. Aleš Erman hat Holztechnik studiert. Wie man eine Gitarre baut, brachte er sich in mühevollen Schritten selbst bei. Heute ist er ein Experte für Oberkrainer-Gitarren: „Das Holz ist im Instrumentenbau von großer Wichtigkeit. Wir brauchen schöne, gut abgelegene Qualitätsware. Die Auswahl erfolgt aufgrund der Ästhetik und der akustischen Eigenschaften, denn der Ton muss gut transportiert werden. Das Holz sollte also leicht und doch hart sein und gut aussehen.“

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Das Holz wird in Form gebracht

Musiker hat „Mitspracherecht“

Einen Boden fertigt der Instrumentenbauer aus Ahorn-Holz, die Decke aus Fichte - Zarge und Hals wiederum aus Ahorn. Jede Gitarre ist ein Einzelstück, das von den Kunden mitgestaltet wird.

Aleš Erman: „Der Musiker kann sich seine Gitarre nach Größe, Form, Farbe und Einlegearbeiten aussuchen. Weiters ist es auch möglich, den eigenen Namen aus Schildpatt einfügen zu lassen.“

Fünfzehn bis maximal zwanzig Gitarren fertigt Ales Erman pro Jahr, dazu noch etwa zwei Kontrabässe. Ein wenig Geduld müssen die Musiker allerdings schon haben, denn die Wartezeit beträgt derzeit gut ein Jahr.

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Bis eine Gitarre aus dem Hause Erman fertig ist braucht es Geduld

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