Herbstwanderung auf die Malga Glazzat

Kaspar Nickles hat Kärntner Wurzeln und lebt seit einigen Jahren mit seiner Familie im Aupatal. Er führt Interessierte zu besonders idyllischen Plätzen seiner zweiten Heimat, dazu zählt die Alm „Malga Glazzat“ bei Moggio Udinese.

Nickles hatte schon immer eine gewisse Sehnsucht nach einem bäuerlichen Leben in den Bergen in sich. Er wurde in Deutschland geboren und verbrachte seine Jugend im Kärntner Steuerberg. Nach seinem Studium zum Diplomingenieur für Landwirtschaft machte er eine Ausbildung zum Natur- und Landschaftsführer.

Der Liebe Wegen zog es ihn nach Friaul. Nachdem ihm Marina zum ersten Mal ihr Heimatdorf Dordolla und das Val Aupa gezeigte hatte, war es bald klar: Hier gibt es für die beiden einiges zu tun. Rundherum gibt es zwar wenig Ebene, aber viel „Tiere Viere“ (furlanische Bezeichnung für „alte Erde“), die unzählige Generationen mühevoll gepflegt und genutzt haben.

Wandern Malga Glazzat
ORF/Iris Hofmeister

Familienanbindung garantiert

Sie gründeten eine Familie und brachten neues Leben in das von der Abwanderung betroffene Bergdorf Drentus, oberhalb von Dordolla.

Anfahrt über zwei Wege

Dordolla kann entweder von Moggio Udinese (im Sueden) auf der Provinzstrasse des Aupatales erreicht werden (6 km) oder von Pontebba im Nordosten ueber die Sella Cereschiatis (den Cereschiatis Sattel). Vom hoechsten Punkt des Sattels zweigt auch die Strasse zur Malga Glazzat ab (Glazzat Alm, 5km vom Sattel).

Kaspar Nickles: „Wir haben mit viel Mühe dieses alte Steingemäuer hier so renoviert, dass wir es nutzen können. Erstens für uns zum Wohnen, aber auch für unsere Gäste, die an unserem bäuerlichen Leben hier im Aupatal mehr oder weniger lange teilhaben und die Früchte unserer bäuerlichen Arbeit hier dank Marinas Kochkünsten genießen dürfen.“

Marina Tolazzi: „Hoffentlich sind sie zufrieden, weil da kann man nicht anders. Wir wohnen auch in diesem Haus - die Haustüre ist die selbe. Deswegen sind wir auch da. Und unsere Kinder sind da und sie Man hört sie, man sieht sie und ja - fühlen sie sich bestimmt wie in einer Familie.“

10.09.18 Familie Kasper Nickles
ORF/Iris Hofmeister
Kaspar Nickles mit seiner Familie in Drentus

Die Liebe zur Natur möchte Kaspar auch seinen Gästen näherbringen. So finden inmitten der faszinierenden Berglandschaft immer wieder auch Kurse unterschiedlicher Art statt, wie unlängst der Jodel-Lehrerin Ingrid Schmoliner - mehr dazu in Jodeln: Uraltes Kulturgut gefragt wie nie.

Kaspar zeigt Interessierten gerne auch die Schönheit und Ursprünglichkeit der Natur im Übergangsgebiet zwischen Karnischen und Julischen Alpen. Gute zwei Stunden braucht man von Moggio Udinese aus hinauf bis zur Malga Glazzat.

Malga Glazzat
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Die Hütte auf der Malga Glazzat
Malga Glazzat
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Anna verwöhnt ihre Gäste mit hausgemachten Klassikern der friulanischen Küche

Gäste erwarten Spezialitäten aus eigener Produktion

Die Produkte aus hauseigener Produktion können auf der Malga Glazzat auch verkostet werden: neben Lammfleisch, Kartoffeln und Bohnen aus eigenem Anbau sind “Polenta e Frico” eine weithin bekannte Spezialität und dürfen nicht auf der Speisekarte fehlen. Kürbisgnocchi mit geräuchertem Ricotta-Käse sind ein weiterer friulanischer Klassiker, der - typischerweise im Herbst - müden Wanderern Kraft verleiht.

Sendungshinweis:

Servus, Srečno, Ciao, 15.9.18

Peter Reif, Urlauber aus der Steiermark: „Es sind schon ein bisschen anstrengende Wanderungen - aber das Ziel lohnt sich ganz besonders und wenn man dann herunter kommt auf diese wunderbare Alm mit den frisch zubereiteten Speisen ist der Tag wirklich ein besonderes Erlebnis.“ Wer länger rasten und die unberührte Natur genießen möchte, kann auf der Malga Glazzat auch übernachten.

Buttererzeugung Malga Glazzat
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Käserei auf der Malga Glazzat

Altes Käser-Handwerk bleibt erhalten

Cristian stammt aus Muggia und hat den Sommer auf der Alm verbracht. Er ließ sich von einem alten Senner zeigen, wie hier früher gearbeitet wurde: „Er hat mir gezeigt, wie man auf traditionelle Weise Almkäse, Butter und geräucherte Ricotta macht. Das kannte ich von dort, wo ich herkomme, noch nicht. Es ist schön, weil ich hier neben der Arbeit in der Käserei auch mit den Tieren auf der Weide viel Zeit verbringen. Es ist schön hier oben, die Kollegen sind nett und ich hoffe, ich kann nächstes Jahr wieder kommen.“

Der Almkäse wird jeden Tag gewendet - an die zwei Monate muss er reifen, bis er sein würziges Aroma entfaltet.

Wandern Malga Glazzat Blick Kanaltal
ORF/Iris Hofmeister
Blick von der Malga Glazzat in Richtung Kanaltal

Bis in den Oktober hinein geöffnet

Dies ist die erste Saison, aber Kaspar und seine Freunde und Mitstreiter überlegen, den Agriturismo auch nach dem Almabtrieb - zumindest an den Wochenenden - bis in den Oktober hinein offen zu halten. Nur ein verfrühter Wintereinbruch könnte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Das ist eine Variable, die sie in Kauf nehmen müssen, haben sie sich doch für ein Leben im Einklang mit der Natur entschieden.

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