Gut Lichtengraben - Schatztruhe im Lavanttal

Gut Schloss Lichtengraben gilt als landschaftlicher Geheimtipp im Lavanttal. Die alten Mauern erzählen eine sehr bewegte Geschichte vom 12. Jahrhundert bis heute. Das Gut ist in Familienbesitz und wird auch als Gutshof mit Fischerei und Jagd betrieben.

Gut Schloss Lichtengraben liegt im Oberen Lavanttal zwischen Bad St. Leonhard und Reichenfels, unmittelbar nach dem Ort Wisperndorf, an einer leicht erhöhten Stelle über dem Tal. Unter den Schlössern und Burgen des Lavanttales kommt dem Schloss Lichtengraben eine ganz besondere Bedeutung zu. Das massive dreigeschossige Gebäude, das einen Uhrturm trägt, wurde nach neuen Erkenntnissen im 16. Jahrhundert an ein altes Gebäude aus dem 12. bis 14. Jahrhundert angebaut. Ein Relief im Innenhof des Schlosses nennt die Jahreszahl 1544, vermutlich das Jahr der Fertigstellung des Schlosses.

Gut Lichtengraben

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Das Gut bietet Blick über das Lavanttal

Bauherr Sigmund von Pain

Als Bauherr von Lichtengraben gilt Sigmund von Pain, der in den adeligen Kreisen seiner Zeit kein Unbekannter war. Seiner bemerkenswerten Schaffenskraft ist neben dem Schloss Lichtengraben auch das Schloss Wiesenau im Süden von Bad St. Leonhard zu verdanken. Die Herren von Pain traten als Gewerke in den Oberlavanttaler Bergwerken auf.

In der wechselvollen Hausgeschichte von Lichtengraben folgte dem Geschlecht der Pain zunächst Melchior Putz von Kirchheimegg, Münzmeister von Kärnten, der das Schloss um 1617 erwarb, aber es einige Jahre später wieder verkaufte. Mitte des 17. Jahrhunderts erwarb Frau von Siegersdorf das Gut.

Seit 19. Jahrhundert in Familienbesitz

Ab 1700 kam das Schloss an die Familie Teuffenbach. In der Geschichte des Hauses sticht vor allem Franz Josef Freiherr von Teuffenbach (1702 - 1785) hervor. Er diente in einem Reiterkorps, das im Jahr 1742 München besetzte. Im 19. Jahrhundert stand das Schloss im Besitz der Kärntner Montanunion. Von dieser erwarb das Gut 1886 der königlich norwegische Konsul Karl Neufeld. Seit dieser Zeit war das Gut in Besitz der Familien Baumann, von Bitzy und der Familie Rittler, die das Gut heute gehört.

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Die alte Burg Pain ist heute vom Wald überwuchert

Ruine Pain war mächtige Wehranlage

Einige hundert Meter nördlich vom Schloss Lichtengraben entfernt steht mit der Ruine Pain. Sie war wohl die mächtigste Wehranlage im oberen Lavanttal. Geschützt und bewehrt von einem äußeren und einem inneren Wassergraben, welche heute noch vollkommen erhalten sind. Der äußere Wassergraben wird heute für die Fischzucht von Familie Rittler genützt. Die Burg wurde vermutlich im elften oder zwölften Jahrhundert von den Herren von Pain erbaut. Nachdem ein Feuer große Teile der Burg vernichteten erbaute man mit den Steinen der Burg Schloss Lichtengraben ein kleines Wohnhaus.

Ein Betriebszweig am Gutshof bildet die 36 Hektar große Landwirtschaft mit Mutterkühen, Mutterschafen und zwei Pferden. Am Gut gibt es Hochwild, Rehwild, Gamswild, Auerhahnen, Haselhühner und viele andere Bewohner des Waldes. Bejagt wird nur Hoch- und Rehwild. Auf den 2,5 Hektar großen Streuobstwiesen stehen schon über 100 Jahre alte Bäume. Aus dem Speiseobst entstehen Trockenfrüchte, Marmeladen und andere Köstlichkeiten. Das meiste Obst wird zu Apfelsaft und Apfelmost verarbeitet.

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