Raggaschlucht - schäumendes Juwel

Die Raggaschlucht im Mölltal ist ein Naturdenkmal. Die Kraft des Wassers formte diese Schlucht, die nicht die längste, aber mit bis zu 200 Meter hohen Wänden die tiefste ist. Seit 1882 ist die Schlucht begehbar.

Einma ruhig, glitzernd und kristallklar, dann wieder tosend schäumend und in freiem Fall durchfließt das Wasser die mächtigen Felsen in der Schlucht. Über Millionen von Jahren formte die Urkraft des Wassers die gesamte Gebirgslandschaft der Hohen Tauern. Das Ergebnis ist faszinierend: Senkrechte Felswände verengen auch die wildromantische Raggaschlucht immer wieder auf ein Minimum. Das Tosen des Wassers hängt permanent in der Luft. Kunstvoll angelegte Stege erleichtern den Besuchern das Wandern, festes Schuhwerk ist dabei eine Grundvoraussetzung.

Raggaschlucht 9 Plätze 9 Schätze

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Relikt der letzten Eiszeit

Die Raggaschlucht wurde seit der letzten Eiszeit vom so Raggabach in den Gebirgsstock der Kreuzeckgruppe geschnitten. Mit etwa 800 Meter Länge ist sie eine der kürzeren Schluchten Österreichs, aber durch ihre besondere Enge und Tiefe von bis zu 200 Metern eine der beeindruckendsten. Schautafeln entlang des Steges erklären die Entstehung und Geologie der Schlucht. Einen Abstecher wert ist auch der geologische Lehrpfad rund um die Schlucht, der Einblicke in die Pflanzenwelt bietet.

Die dominierenden Gesteine der Schlucht sind Gneis, Paragneise und Glimmerschiefer. Am Beginn der Schlucht bildet eine Pegmatit-Intrusion eine zehn Meter hohe Stufe, über welche der Raggabach in einem beeindruckenden Wasserfall in die Schlucht stürzt.

Sendungshinweis:

9 Plätze 9 Schätze, 26. September 2017

Bergbau seit dem 14. Jahrhundert

Der Eingang zur Raggaschlucht befindet sich in der Ortschaft Schmelzhütten. Hier stand vor allem der Bergbau im Mittelpunkt, seit dem 14. Jahrhundert wurde in der Gegend Kupfererz geschmolzen. Dieses Erz wurde in der Großfragant abgebaut, über die Rollbahn nach Laas am Grafenberg transportiert und von dort mit einer Seilbahn nach Flattach und weiter mit Pferdefuhrwerken auf die Schmelzhütte befördert, wo es in einem der Schmelzöfen eingeschmolzen wurde. Daher auch der Ortsname Schmelzhütten. In der Ragga selbst wurde hauptsächlich Eisen abgebaut.

Raggaschlucht 9 Plätze 9 Schätze

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Erstmals begehbar gemacht wurde die Raggaschlucht im Jahre 1882 von der Familie Salentinig, die Vorfahren der jetzigen Besitzer des Gasthofs „Zur Raggaschlucht“. Die damalige Erschließung geschah im Auftrag des Österreichischen Alpenvereins.

Stege müssen immer wieder erneuert werden

Die Stege durch die Schlucht wurden durch Katastrophen immer wieder zerstört und mussten zwischen 1938 und 1967 fünf mal neu ausgebaut werden. Im Kärntner Katastrophenjahr 1967, als das ganze Mölltal von Muren und Hochwasser heimgesucht wurde, ersuchte die Gemeinde Flattach eine Pionierkompanie in Villach, die waghalsige Arbeit des Neubauens durchzuführen. Nach dem 2. Weltkrieg ging die Raggaschlucht von Alpenverein über das Land Kärnten in den Besitz der Gemeinde Flattach über.

Heute ist die Raggaschlucht eine der schönsten Naturschluchten Kärntens und wurde daher 1978 zum Naturdenkmal erklärt.