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JUSTIZ |
27.04.2009 |
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Privatdetektiv Guggenbichler zeigt Petzner an
Privatdetektiv Dietmar Guggenbichler hat den BZÖ-Wahlkampfleiter Stefan Petzner bei der Staatsanwaltschaft Klagenfurt angezeigt. Es geht um ein nicht eingelöstes Versprechen Jörg Haiders für einen Sicherheitsjob beim BZÖ.
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Haider habe einen Job versprochen. |
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Schaden von 500.000 Euro geltend gemacht
Guggenbichler wirft Petzner vor, dass er durch den BZÖ-Politiker um 500.000 Euro geschädigt worden sei. Hintergrund ist eine Zusage Haiders, dass der Privatdetektiv als Sicherheitsbeauftragter beim BZÖ beschäftigt werde, Petzner das aber nie in die Tat umgesetzt habe.
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Guggenbichler sollte im Auftrag der FPÖ Haider bespitzeln. |
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Auftrag der FPÖ zur Haider-Bespitzelung
Die ganze Geschichte begann, als die FPÖ Kärnten Guggenbichler im Frühjahr 2006 beauftragte, Ermittlungen gegen Haider bezüglich Stadionbau, Fremdenverkehrswerbung und Vorkommnisse bei der Hypo Alpe Adria anzustellen. Dafür bekam der Privatdetektiv zweimal 5.000 Euro als Akontozahlung.
Als die FPÖ an Guggenbichler herantrat, Haider in dessen privatem Bereich zu beschatten und nach Möglichkeit über diesen privaten und intimen Bereich auch entsprechende Fotodokumentationen beizubringen, um Munition für den Wahlkampf zu haben, lehnte der Privatdetektiv ab.
Die Freiheitlichen revanchierten sich daraufhin mit einer Anzeige beim Finanzamt, dass Guggenbichler das von ihnen erhaltene Geld nicht versteuert habe.
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Haider half Guggenbichler, einen Kredit zu bekommen. |
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Haider versprach Hilfe
Der Privatdetektiv wandte sich an Haider, der ihm bei der Beschaffung eines Kredites in Höhe von 150.000 Euro behilflich gewesen sei, den er von der Hypo erhalten habe. Der Privatdetektiv erklärte dem damaligen Landeshauptmann, dass er sich den Kredit nur leisten könne, wenn er einen Job von ihm erhalte. Haider sicherte Guggenbichler zu, nach der Wahl den Posten als Sicherheitsbeauftragter zu erhalten.
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Guggenbichler: Habe auch für die Hypo gearbeitet. |
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93.000 Euro vom damaligen Hypo-Chef
Vom einstigen Chef der Kärntner Hypo Group Alpe Adria, Wolfgang Kulterer, bekam der Privatdetektiv 93.000 Euro ausgezahlt, da Guggenbichler dem Ex-Generaldirektor erklärt hatte, dass er monatlich 5.000 Euro zurückzahlen werde, da er einen Job von Haider zugesagt bekommen habe.
Bei einem Treffen am 6. Juni 2006 sei Haider mit mehreren Personen zu Guggenbichler gekommen, wo ihm Petzner offiziell vorgestellt worden sei, mit dem Hinweis, der Pressesprecher werde alles bezüglich der Tätigkeit des Privatdetektivs als Sicherheitsbeauftragter regeln. In der Folge wurde Guggenbichler auch von Kulterer mit diversen Ermittlungen in Sachen Finanzmarktaufsicht und im Bereich der Hypo beauftragt.
Obwohl der Ex-Generaldirektor sämtliche Ermittlungsergebnisse erhalten habe, habe er lediglich einige Rechnungen über die Hypo Alpe Adria bezahlt, für 250.000 Euro sollte Kulterer selbst aufkommen - diese Summe habe er allerdings nie erhalten, so Guggenbichler.
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Petzner will nichts von Jobzusage wissen
Petzner behaupte nun gegen besseres Wissen, dass ihm, Guggenbichler, kein Job als Sicherheitsbeauftragter von Haider zugesagt worden sei. Durch das Verhalten des ehemaligen Haider-Vertrauten und der gesamten Causa Hypo und Kulterer sei ihm ein Schaden von über 500.000 Euro entstanden, so Guggenbichler.
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Petzner: "Durchsichtiges Manöver der ÖVP"
BZÖ-Wahlkampfleiter Stefan Petzner ortet hinter der Anzeige des Privatdetektivs Dietmar Guggenbichler gegen seine Person eine Kampagne der Volkspartei. Es handle sich um ein "durchsichtiges Manöver der ÖVP", meinte er am Montagabend via Aussendung.
"Dass das jetzt auftaucht, dahinter steckt die ÖVP die versucht, mit derartigen Schmutzkübelaktionen dem BZÖ zu schaden." Auch ein Motiv machte Petzner aus: "Pure Angst vor dem BZÖ bei der EU-Wahl".
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Als Aufdecker bekanntgeworden
Guggenbichler hatte sich einen Namen als "Lucona"-Aufdecker gemacht. Die "Lucona" war ein mit Schrott beladenes Frachtschiff, das 1977 im Auftrag von Udo Proksch gesprengt wurde, um das Versicherungsgeld für eine angeblich geladene Uranerzaufbereitungsanlage zu kassieren. Sechs Mitglieder der Mannschaft kamen dabei ums Leben. Der damalige Politiker-Liebling Proksch wurde verurteilt und starb im Gefängnis.
Im Fall "Noricum" deckte Guggenbichler 1984 Waffenlieferungen nach Libyen auf. Innenminister Karl Blecha wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe verurteilt.
Guggenbichler geriet Mitte der 90er Jahre in der Affäre um das Schneeballsystem "European Kings Klub" der Deutschen Dagmar Bertges ins Zwielicht. Das Salzburger Landesgerichts verurteilte ihn im Jahr 2000 zu einer Bewährungsstrafe, weil er 130 Millionen Euro für das Kettenspiel nach Deutschland und in die Schweiz gebracht haben soll. Guggenbichler selbst wollte nur der "Sicherheitsbeauftrage" des EKC gewesen sein.
2008 wurde er in einer anderen Betrugsaffäre vor Gericht im Zweifel freigesprochen.
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kaernten.ORF.at; 17.7.08
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