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DI | 09.02.2010
Hooligan wird verhaftet (Bild: APA/Leodolter)
em 2008
Keine Anzeige wegen Nazi-Parolen
Das öffentliche Skandieren von Nazi-Parolen, mit dem deutsche Hooligans am Sonntagabend in Klagenfurt provoziert hatten, bleibt ohne strafrechtliche Folgen. Nur zwei der 140 Verhafteten sind noch in Haft.
Keine Anzeige erstattet
Sprüche wie etwa "Alle Polen müssen einen gelben Stern tragen!", mit dem deutsche Hooligans am Sonntagabend in Klagenfurt provoziert hatten, bleiben ohne strafrechtliche Folgen. Das Strafgesetzbuch (StGB) sieht für derartiges Verhalten zwar grundsätzlich bis zu zwei Jahre Haft vor, das Kärntner Landespolizeikommando hat allerdings von einer Anzeige wegen Verhetzung Abstand genommen.

Die fremdenfeindlichen Sprüche hätten "keinen konkreten Personen" zugeordnet werden können, hieß es dazu am Montag bei der Sicherheitsdirektion für Kärnten auf APA-Anfrage. Die Provokationen seien als Ordnungsstörung bzw. Lärmerregung eingestuft und verwaltungsrechtlich behandelt worden.

Gemäß Paragraf 283 StGB droht demjenigen ein Strafverfahren, der öffentlich auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, zu einer feindseligen Handlung gegen ein Volk auffordert.
23 Verwaltungsübertretungen
Nach Auskunft der Sicherheitsdirektion sind nach den Vorfällen am Sonntagabend insgesamt sechs Anzeigen wegen strafrechtlicher Delikte im Laufen: vier wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, eine wegen Raufhandels und eine wegen Landfriedensbruchs.

Darunter ist gemäß Paragraf 274 StGB das wissentliche Zusammenrotten einer Menschenmenge zu verstehen, die unter anderem darauf abzielt, Körperverletzungen oder schwere Sachbeschädigungen zu begehen. Strafrahmen: bis zu zwei Jahre Haft.

Abgesehen davon hat die Kärntner Exekutive 23 Verwaltungsübertretungen angezeigt und 128 Identitätsfeststellungen nach dem Sicherheitspolizeigesetz (SPG) durchgeführt.
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