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Die Sieger stehen fest |
01.07.2007 |
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Bachmannpreis ging an Lutz Seiler
Lutz Seiler erhielt den Bachmann-Preis für seinen Text "Turksib". Der Preis der Telekom ging an den Österreicher Thomas Stangl. PeterLicht erhielt den 3sat-Preis und den Publikumspreis, der Willner-Preis wurde Jan Böttcher verliehen.
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Bei ihm war sich die Jury bereits im ersten Durchgang einig: Der Bachmannpreis ging an Lutz Seiler. |
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Sechs Juroren stimmten sofort für Seiler
Die Vergabe des Bachmann-Preises stand mit nur einem Wahlgang fest: Lutz Seilers "Turksib" überzeugte sechs der neun Juroren. Obwohl Karl Corino meinte "Ich möchte schon auch noch in die Harfe greifen", brandete der Applaus schon vor seiner Begründung auf: Der Sieger stand nämlich schon fest.
Ijoma Mangold etwa begründete sein Votum: "Ich stimme für einen Text, der mit der Kraft der lyrischen Geschmacksverstärkung, die Körper, die Länder, ihre Geschichten und Mythologien im ratternden Rhythmus der Turksib aufeinanderprallen lässt."
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 Klagenfurts Kulturstadtrat Albert Gunzer überreichte den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis an den strahlenden Gewinner Lutz Seiler.
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Text voll lyrischer Dichte und epischer Weite
Ilma Rakusa schloss sich dem mit der Begründung an, für "eine winterliche Zugfahrt durch radioaktiv verseuchte Gebiete Kasachstans" zu stimmen, der "zum Ort der Begegnung zwischen einem deutschen Ich-Erzähler und einem russischen Heizer, zwischen West und Ost" werde.
Martin Ebel stimmte in das Lob mit ein: "Ich stimme für Lutz Seiler, weil er uns mit der Turksib auf eine Reise nimmt, auf der sich Zeit und Raum verwirren, Poesie und Kohlendampf durchdringen und es im Rhythmus des Geratters nie verschweißter Schienen zu unverhofften deutsch-kasachischen Vereinigungen kommt, einen Text von lyrischer Dichte, epischer Weite und dramatischen Umschwüngen."
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 Marketingleiter Klaus Leitner von der Telekom übergab den Preis an Thomas Stangl. |
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Telekom-Austria-Preis an Thomas Stangl
Der mit 10.000 Euro dotierte Telekom-Austria-Preis ging nach einer Stichwahl zwischen Thomas Stangl und Peter Licht mit 5:4 Stimmen an Stangl.
Daniela Strigl begründete ihre Wahl mit den Worten: "Ich stimme für eine Geschichte, in der ein Ich halb ängstlich halb freudig der Auflösung entgegentreibt, von seinem Erzähler in höchster Kunst getrieben wird, eine philosophische und sinnliche Fahrt durch Wien, die von der Lust spricht, sich in einen Löffel zu verwandeln und von dem Horror eines Lebens zwischen Rindfleisch und Radio Burgenland."
Andre V. Heiz gab seine Stimme Thomas Stangl, weil "sein Text begreifend vor Augen führt, dass das Ich in diese Welt geworfen, sich aufmerksam findet - erfindet in dieser Gegenwart und Zuhandenheit all der Dinge, die sich ihm unterwegs ergeben."
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 PeterLicht hatte vor seiner Lesung darum ersucht, dass keine Fotos veröffentlicht werden, auf denen er zu erkennen wäre. |
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PeterLicht: 3sat-Preis und Publikumspreis
Mit dem "großen medialen Nichtauftritt" (Ernst A. Grandits) PeterLichts, der sein Gesicht weder den Fernsehkameras, noch den Fotografen zeigen wollte, stand dennoch ein Preisträger im Rampenlicht: PeterLicht erhielt für seinen Text den 3sat- Preis.
Klaus Nüchtern urteilte über den Text von PeterLicht "Ich gebe meine Stimme einem komischen wie melancholischen Text, in dem sich die Welt gleichsam wie auf Knopfdruck erhellt und verfinstert, in dem die Apokalypse auf dem Sofa sitzt und in jedem Halbsatz um Fassung ringt: Fiat Lux, PeterLicht soll es werden".
"Ich stimme für eine heitere Apokalypse, die alle Register des Apokalyptischen kennt, benutzt und auch neu erfindet. Ein Text in dem zwischen Glück und Verderben, Lachen und Verzweiflung manchmal noch nicht mal ein Komma steht, so dass wir spüren, auf wie wackeligen Beinen unsere schöne, spätmoderne Welt steht", lautete die Begründung von Iris Radisch.
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 Der Willner-Preis wurde von ORF-Landesdirektor Willy Haslitzer an Jan Böttcher übergeben. |
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Ernst-Willner-Preis für Jan Böttcher
Nach bangen Minuten konnte schließlich auch Jan Böttcher doch noch als "Gewinner" nach Hause fahren. Er erhielt nach einer Stichwahl gegen Michael Stavaric im dritten Wahldurchgang den "Ernst Willner"-Preis.
Ijoma Mangold hatte mit der Begründung für Jan Böttcher gestimmt, dass dessen Erzählung "motivisch sehr dicht gebaut" sei. Sie erzähle die Brüche und Verwerfungen der deutschen Zeitgeschichte als Familiengeschichte zwischen Großvater, Sohn und Enkel auf wunderbare Weise. "Eine Chronik deutscher Gefühle".
Iris Radisch meinte, mit Jan Böttchers Text "die große Geschichte" in der Familiengeschichte erzählt zu bekommen, der sich "tief in die deutsche Provinz vorwage" und auch mal einen Blick in die Landschaft werfe, in der "wir leben".
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1.155 Internet-Beurteilungen für KELAG-Preis
Der KELAG-Publikumspreis (5.000 Euro) wurde bereits am Samstag durch die Stimmabgaben des Publikums im Internet ermittelt. Mit 1.155 Stimmen lag die Beteiligung in diesem Jahr nochmals deutlich höher, als im Vorjahr. Knapper Sieger war PeterLicht.
Die Stimmen kamen aus: Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Italien, Argentinien, Brasilien, Polen, Tschechien, Belgien, Luxemburg, Schottland, den USA, Kroatien, Holland, Großbritannien, Frankreich, Schweden und Nordirland. Jeder, der seine Stimme abgab, musste auch eine Begründung mitsenden.
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 DAS IST NICHT PETERLICHT! Der an PeterLicht verliehene kelag-Publikumspreis wurde von Wolfgang Farkas, dem Verleger des Autors, entgegengenommen. Überreicht wurde der Preis von kelag-Marketingleiter Josef Stocker.
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Nachfolgend eine Auswahl von Meinungen aus dem Publikum:
- "Diese absurd-komisch-witzige Apokalypse hat mich von Anfang an fasziniert. Ich habe keinem anderen Text so aufmerksam zugehört, wie diesem."
- "PeterLicht verstand es mit seinen Worten, mich in die Apokalypse hineinzuziehen, Schritt für Schritt. Das erste Mal, dass ich eine Ahnung bekam, wie sanft ein Umbruch daherkommen kann."
- "Im Stream of Consciousness in die Hölle geschwommen - der ungewöhnlichste und witzigste der Wettbewerbsbeiträge."
- "Ein text aus der unmittelbaren gegenwart - skurril, um die katastrophe kreisend, sich ständig selbst ins wort fallend und korrigierend."
- "Weil PeterLicht trotz „Gesichtsverlustes“ einen ironisch-ernsten Text par excellence geschrieben hat."
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Alle Informationen zu den TDDL 2007
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