Verein stellt „Notfallmama“ zur Verfügung

Mit viel Idealismus und Herz springen die „Notfallmamas“ des Selbsthilfevereins „Kinder in Begleitung“ (KiB) ein, wenn in Familien ein Betreuungs-Notfall auftritt. Der Verein bietet auch Krankenhausbesuche an.

Mütter und Väter können für die Pflege ihres kranken Kindes zwar eine Pflegefreistellung beanspruchen, doch de Möglichkeit dafür ist begrenzt. Wenn die Freistellung nicht mehr möglich ist und auch die Großeltern keine Zeit haben, kann die Notfallmama die letzte Rettung sein. Der Verein „Kinder in Begleitung“ (KiB) ist seit 1996 eine Art „Feuerwehr“ für die Betreuung von Kindern zu Hause durch eine Notfallmama. In Kärnten springen derzeit 54 Notfallmamas ein. Der Verein betreut nicht nur kranke Kinder, auch wenn ein Elternteil erkrankt und ins Krankenhaus muss, springen die Ersatzmamas ein.

„Größere Verantwortung als beim eigenen Kind“

Österreichweit unterstützt der Verein KiB Familien bei der Kinderbetreuung zu Hause und stellt im Auftrag der Eltern Kontakt zu einer Notfallmama für das zu betreuende Kind her. Therese Sulzer ist eine solche Notfallmama, und das schon seit zehn Jahren: „Ich habe mir gedacht, ich probiere das einmal und das hat sich dann entwickelt. Es ist aber eine große Verantwortung, das muss man schon sagen, größer als beim eigenen Kind.“

Viele Einsätze zu Schulbeginn und im Winter

Wenn die Notfallmama gerufen wird, wird zuerst einmal alles mit den Eltern besprochen, dann gibt es den ersten Kontakt zum Kind. „Medikamente dürfen wir aber nicht verabreichen.“ Und wenn die Eltern dann nicht mehr da sind, ist es für das Kind und die Notfallmama oft keine leichte Situation. „Es renkt sich aber dann ein, man unterhält und beruhigt die Kinder mit lesen, basteln, spielen oder malen.“ Meist bleiben die Notfallmamas vier bis fünf Stunden zur Betreuung, bis zu acht Stunden sind möglich. Die meisten Einsätze gibt es zum Schulbeginn und in der Winterzeit.

Auch nächtens rücken Notfallmamas aus

Ihre Dienste bieten die Notfallmamas nach Vereinbarung rund um die Uhr an. „Eltern können ja auch Nachtdienste haben“, sagt Sulzer. Um die Dienste in Anspruch zu nehmen, muss man Vereinsmitglied werden. Die monatliche Mitgliedschaft kostet derzeit 14,90 Euro, möglich ist auch eine Jahres-Mitgliedschaft.

Sendungshinweis:

RK Wochenend’, 13. Mai 2018

Der Verein KIB ist, vor allem im ländlichen Raum, immer auf der Suche nach Notfallmamas. Therese Sulzer: "Bewerben kann sich jeder, nötig ist dafür ein polizeiliches Führungszeugnis.“ Besondere Vorkenntnisse seien nicht nötig, „aber man muss schon wissen, was auf einem zukommen kann.“ Für Interessenten gibt es über den Verein Schulungen, abgeschlossen wird mit einem Zertifikat. Auch über den Familienverband werden Schulungen angeboten, „wichtig ist aber letztlich auch die Erfahrung“, sagt Sulzer. Mittlerweile gibt es in Österreich übrigens auch einige „Notfallpapas“.

Notfallmamas sind Idealisten

Die Notfallmamas bekommen für ihren großen Einsatz ein kleines Entgelt, ein Stundenlohn von maximal acht Euro, und Fahrtgeld. Geld sei schließlich nicht alles, sagt Sulzer: „Wir sind Idealisten, sonst macht man das nicht. Die Tätigkeit ist wirklich eine sehr große Bereicherung.“

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