„Wasserpolizei“ Krebs stark gefährdet

In Kärnten gibt es sieben Arten von Krebsen, die in Flüssen, Seen, Teichen und Bächen leben. Die Allesfressser haben eine wichtige Funktion für die Reinheit der Gewässer. Die heimischen Arten sind durch die Krebspest aber bundesweit stark gefährdet.

Von den sieben Krebsarten, die in Kärnten leben, seien drei heimisch, der Edel-, Stein- und Dohlenkrebs, sagt der Kärntner Krebsexperte Jürgen Petutschnig vom Umweltbüro Klagenfurt. Nicht heimisch ist zum Beispiel der Signalkrebs, er kommt aus Osteuropa und wurde zum Anfang des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Die weiteren Krebsarten: Der nordamerikanische Signalkrebs breitet sich derzeit vor allem in Unterkärnten stark aus, im Weißensee tummelt sich durch Besatzung der Kamberkrebs und der rote amerikanische Sumpfkrebs. Letzterer wurde 2005 das erste Mal in Österreich nachgewiesen.

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W. Köstenberger NWVK

Edelkrebs

Krebse seien als Gewässerpolizei bekannt, „denn sie sind ausgesprochene Allesfresser“, sagt Petutschnig. Pflanzen, Algen, verrottete Blätter und Tiere, Insekten und Fische stehen auf ihrem Speiseplan. Aus diesem Grund ist der Kebs ein sehr wichtiger Bestandteil für das Ökosystem, als Gewässerpolizei, aber auch als Nahrung für seine Fressfeinde.

Heimische Krebse sind stark gefährdet

Die heimischen Krebsarten seien allerdings bundesweit stark im Bestand gefährdet, sagt der Krebsexperte. Vor allem die Krebspest, die durch einen Pilz übertragen wird, bedroht die Bestände, die Pilz-Infektion endet für die Tiere meist tödlich. Eingeschleppt wurde der Pilz durch nordamerikanische Krebsarten, die dagegen weitgehend resistent sind. Nicht resistent sind hingegen die heimischen Arten Edel-, Stein- und Dohlenkrebs.

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W. Köstenberger NWVK

Dohlenkrebs

Nordamerikanische Arten in heimischen Gewässern auszusetzen ist deswegen mittlerweile verboten. Der Umweltexperte appelliert an private Züchter, sich an dieses Verbot zu halten. Aber auch aus privaten Aquarien dürfe kein nicht-heimischer Krebs ausgesetzt werden. Mittlerweile laufen in Österreich Artenschutzprogramme, auch Genpools wurden angelegt.

Man darf Krebse fangen

Für die heimischen Flusskrebse gibt es spezielle Fangbestimmungen. Dohlenkrebse und Steinkrebse sind ganzjährig geschützt. Für den Edelkrebs gibt es konkrete Vorgaben hinsichtlich der Fangzeiten und hinsichtlich der Mindestgrößen. Der Fang von Flusskrebsen im Fischereigesetz geregelt und bedarf der Zustimmung des Fischereiberechtigten bzw. man braucht eine Fischereikarte.

Krebspest verbreitet sich durch Wanderung

Die Verbreitung der Krebspest ist auch dem Umstand geschuldet, dass Krebse längere Zeit an Land überleben können und auch das Gewässer wechseln. Bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigeren Temperaturen "können Krebse auch mehrere Tage außerhalb des Wassers überleben“, so der Krebsexperte.

Zum Atmen brauchen Krebse das Wasser also nicht unbedingt, sie können den Sauerstoff auch aus der Luft holen. Wesentlich sei nur, dass die Kiemen nicht austrocknen, erläutert Petutschnig. Krebse sind deswegen manchmal auch an Land zu finden, vor allem wenn sie das Gewässer wechseln wollen oder in ihrem „zuhause“ nicht genug Nahrung finden.

Sumpfkrebs häutet sich mehrmals

Typisch für den roten amerikanischen Sumpfkrebs ist, dass er ein Außenskelett besitzt, das zugleich als Panzer fungiert. „Will dieser Krebs wachen, muss er den Panzer abstreifen.“ Jungtiere streifen ihren Panzer rund sieben Mal ab, die erwachsenen Tiere nur ein- bis zwei Mal. Die Häutung ist ein komplizierter Vorgang. Petutschnig: „Vor der Häutung wird Kalk aus dem Brustpanzer in Form von Krebssteinen zwischengespeichert. Der Krebs selbst wird butterweich und streift seinen Panzer ab.“

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Signalkrebs

Der Kalk, den der Krebs zuvor eingenommen hat, wird dann verwertet, als erstes bilden sich die Mund- und Kauwerkzeuge nach. Das Tier ist damit wieder in der Lage Nahrung aufzunehmen. Der Krebs fresse dann auch seinen eigenen Panzer, um wieder Kalk aufzunehmen, so Petutschnig. Zehn bis 14 Tage braucht es dann, bis der neue, größere Panzer ausgehärtet ist. Wenn die Krebse ihren Panzer abgestreift haben, sind sie natürlich ungeschützt und leichte Beute für Fische, Fischotter und Wasservögel.

Paarungszeit beginnt im Herbst

Der größte Unterschied zwischen den Süßwasser- und den Meereskrebsen sei übrigens ihre „Vermehrungsstrategie“, sagt Krebsexperte Petutschnig. „Nur“ 150 bis 500 Eier legen die Süßwasserkrebse im Jahr, die Meeresverwandten legen hingegen tausende Eier, um ihre Überlebenschance zu erhöhen.

Von den 500 rund Eiern der Süßwasserkrebse werden maximal fünf Tiere geschlechtsreif. Die Paarungszeit der heimischen Arten ist im September und Oktober, denn für das Liebesspiel schätzen die heimischen Krebse eher kühlere Temperaturen. Im Winter werden die Eier gepflegt und erst wenn die Wassertemperatur wieder über zehn Grad steigt, schlüpfen dann die Jungen. Erst nach ihrer zweiten Häutung beginnen sie ein selbstständiges Leben.

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