Riesenbärenklau wird zur Plage

Der Riesenbärenklau hat weiße Blüten und großflächige Blätter, die Hautirritationen verursachen können. Die Pflanze findet hierzulande ein passendes Klima und wird zunehmend zur Plage. Immer wieder muss auch die Feuerwehr anrücken.

Mit seinen bis zu vier Meter hohen Stielen und Blättern, die bis zu einem Meter Durchmesser erreichen können, ist der Riesenbärenklau oder „Herkulesstaude“ in der heimischen Flora nur schwer zu übersehen. Die aus dem Kaukasus stammende Pflanze wirkt auf den ersten Blick dekorativ, eine Berührung kann aber böse enden, sagt Roland Eberwein, Leiter des Botanikzentrums Kärnten.

Verbrennungsähnliche Symptome bei Hautkontakt

„Wenn man diese Pflanzen sieht, sollte man die Blätter nicht pflücken, abreißen oder sie verletzten. Der Saft der Pflanze wirkt auf der menschlichen Haut phototoxisch. Das bedeutet, in Zusammenhang mit dem Sonnenlicht gibt es eine Reaktion, die im Entfernten einer Verbrennung ähnlich sieht. Es gibt brandblasenähnliche Strukturen“, so der Experte. Treten sie großflächig auf, müssen sie ärtzlich behandelt werden.

Berührt man den Riesenbärenklau doch, sollte man die betroffene Stelle sofort mit Wasser abwaschen, so Eberwein. Da das Gift bis zu 48 Stunden unter der Haut verbleibt, sollte man die Stelle nicht dem Sonnenlicht ausetzen und am besten einen Arzt aufsuchen.

Riesenbärenklau

Pixabay

Entfernung aufwändig, aber wichtig

Problematisch werden die ausgewachsenen Pflanzen, die auch an ihrem behaarten, rot gesprenkelten Stängel gut zu erkennen sind, vor allem dann, wenn sie an Kinderspielplätzen oder häufig begangenen Wegen wachsen. Dann müssten sie entfernt werden. Oft müsse dazu auch die Feuerwehr gerufen werden, so Eberwein: „Man kann sie an der Wurzel abstechen. Vor allem im Frühjahr ist das leicht, wenn die Pflanzen noch klein sind. Die Personen, die sie entfernen, müssen sich schützen und entsprechend kleiden, sodass keine Spritzer des Safts auf die Kleidung gelangen können.“

Sendungshinweis:

„Radio Kärnten Mittagsjournal“, 5.8.17

Einer Ausbreitung des Riesenbärenklaus könnte man durch großflächiges Ausreißen Herr werden, so der Experte. Das kostet einerseits viel Geld, andererseits gibt noch keine gesetzliche Handhabe, auch Privatpersonen zum Ausreißen auf ihren Grundstücken anzuhalten. So kann die Pflanze in unseren Breitengraden auch weiterhin gut gedeihen. In Oberösterreich mahnte die Stadt Linz unlängst zur Vorsicht, da sich die Zierpflanze auch im Stadtgebiet ausbreitet - mehr dazu in Warnung vor dem Riesen-Bärenklau.