Heiße Klänge aus der Handpfanne

Ein ungewöhnliches, noch junges Instrument tritt seinen Siegeszug um die Welt an. Die Handpans, also Handpfannen, finden sich mit ihrem tiefen Blechklang auf immer mehr Bühnen. Der in Klagenfurt lebende Daniel Berger baut die Metallinstrumente.

Wie ein Kugelgrill sieht es aus und es klingt anders als alle anderen Instrumente: Vor erst 17 Jahren erfanden die Schweizer Felix Rohner und Sabina Schärer das sogenannte Hang. Weil das Hang als Marke geschützt ist, heißen alle anderen ähnlichen Instrumente Handpans, also Handpfannen. Mittlerweile setzen sich die Blechlinsen mit ihrem meditativen Klang in der Musikszene durch. Einer der weltweit etwa 100 Schöpfer dieser Blechinstrumente ist Daniel Berger.

Daniel Berger beim Musizieren mit seiner selbstgebauten Handpan

Unzählige Töne zum „Entklopfen“

Etwa 60 Zentimeter Durchmesser hat ein Handpan. Charakteristisch ist die Erhebung oben auf dem Blech. Schlägt man diese Erhebung mit der Hand an, ertönt ein metallisch-tiefer Klang. Zusätzlich hat das Instrument seitlich fünf bis sieben weitere Klangflächen mit Einbuchtungen. Das Handpan kann man beliebig bespielen und auch so fest man will. Unzählige Töne kann man dem ungewöhnlichen Instrument auf diese Weise „entklopfen“.

Instrument Handpan Handpfanne Daniel Berger

ORF/Matha

Einbuchtungen sorgen für den Klang

Ursprung Karibik

Die Handpans stammen laut dem 37-jährigen Instrumentenbauer Daniel Berger von den Steeldrums ab. Diese werden, anders als die Handpans, nicht mit der Hand, sondern mit Sticks bespielt. Den Sklaven auf den erdölfördernden Inseln Trinidad und Tobago sei verboten worden auf ihren Trommelinstrumenten zu spielen, so hätten sie begonnen auf leeren Ölfässern zu klopfen.

Sendungshinweis:

Radio Kärnten Cabrio, 01.08.2017

„Viel falsch machen kann man eigentlich nicht", sagt Berger: „Es geht wirklich darum sich hinzusetzen und einfach zu probieren.“ Allerdings sei es anfangs nicht ganz so leicht, mit dem Instrument die richtigen Töne zu erzeugen, "es geht einfach um das G’spüren. Irgendwann macht es ‚Klack‘ und dann schaust dir selber beim Spielen zu.“

Man könne man den Handpans durchaus esoterische Klänge entlocken. „Egal wer kommt, die meisten Leute berührt der Klang wirklich.“ Es sei wirklich eine andere Art von Klang, der durch das Blech erzeugt wird. Immer öfter sind Handpans auf Bühnen zu hören – alleine oder in Kombination mit anderen Instrumenten.

Anfangsschwierigkeiten beim Bauen

Bereits seit fünf Jahren stellt Berger die ungewöhnlichen Handpans her. Aller Anfang ist schwer, so war es auch für Berger beim Bau des Instrumentes. „Ich habe einfach angefangen und überhaupt nicht gewusst, was ich tue. Ich holte mir ein Blech, klopfte eine Schale daraus und versuchte, Tonfelder einzuarbeiten“, erzählt Berger.

Instrument Handpan Handpfanne Daniel Berger

ORF/Matha

Mittlerweile ist Berger routiniert, auch wenn jedes Instrument seine Eigenheit behält. Er habe auch andere Hersteller bei ihrer Arbeit beobachtet und dabei gelernt, dass viele Wege zum Instrument und seinem Klang führen.

Keine Massenproduktion, lange Wartezeiten

In seiner Werkstatt am Rande von Klagenfurt baut Daniel Berger die ungewöhnlichen Instrumente. Dickes Metallblech wird hier händisch mit einem Presslufthammer geformt. Anderswo würden Handpans maschinell gepresst oder mit Wasserdruck geformt, erzählt Berger. Anfangs bearbeitete er die Schalen sogar noch mit einem herkömmlichen Hammer. Das Stimmen ist der letzte Schliff in der Herstellung des Instruments bevor man es zum Verkauf anbieten kann.

Mittlerweile sind Bergers Instrumente bei Musikern begehrt, die Nachfrage steigt stetig. Schon jetzt gibt es eine Warteliste bis Jänner 2018. Doch Daniel Berger will sich nicht stressen lassen, er wolle nicht mehr produzieren als jetzt, „lieber glücklich leben als reich.“

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