„Aufgezeigt“ verhinderte Delogierung

Doris Perner lebt mit ihren beiden Söhnen in Klagenfurt, der jüngere Bub ist Autist. Der Familie drohte die Delogierung, weil rund 8.000 Euro Schulden angelaufen sind. „Aufgezeigt“ konnte bei einer Lösung helfen, die Delogierung wurde ausgesetzt.

Doris Perner ist es gewöhnt, zu kämpfen. Sie ist Alleinerzieherin mit zwei Söhnen, Leonhard und Klausi. Klausi ist Autist und braucht 24 Stunden am Tag Zuwendung und Betreuung. Dieser Familie in Klagenfurt drohte die Delogierung. Doris Perner ist nicht ganz unschuldig an der Situation. Wegen der extremen Belastung durch Klaus machte sie Fehler und ist mit Schuld an ihrer prekären Situation, wie sie auch zugibt. Monatelang reagierte sie auf keine Post, nicht einmal auf Anwaltsbriefe.

Aufgezeigt Delogierung Droht

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Doris Perner muss Klaus 24 Stunden im Blick haben

Kochen ist Klausis Leidenschaft

Beim Besuch des ORF-Teams machte Klausi Salat in der Küche. Kochen ist eine Leidenschaft für das autistische Kind. Das Problem begann, als Doris Perner einen Herd kaufen musste, der ‚Klausi-sicher‘ war. Perner: „Klausi kocht leidenschaftlich gern. Leider Gottes stellt er auch Gegenstände auf den Herd und schaltet dann ein. Das war ein sehr großes Problem, weil er uns damit in Lebensgefahr gebracht hat.“ Familie Perner hatte aber nicht die für den neuen Herd erforderliche Kraftstromzuleitung im Haus.

Aufgezeigt Autist Klausi

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In der Küche ist Klaus in seinem Element

Rückstand teils selbst verschuldet

Frau Perner forderte die Errichtung vom Kärntner Siedlungswerk und behielt zehn Prozent der Miete ein. 1.700 Euro ihrer Mietschulden kommen von da. Insgesamt schuldet sie dem Vermieter aber weit mehr: „Wir haben noch immer keine klare Zahl, aber die Summe soll sehr hoch sein, angeblich 8.000 Euro. Jetzt geht es um eine Klärung.“

Außerdem bekam sie 14 Monate lang keine Wohnbeihilfe, weil sie den Antrag zu spät abgab und die Unterlagen nicht nachgereicht wurden. Perner: „Das ist sicher mein Verschulden. Es kann sein, dass die Belastung in dieser Zeit für mich zu groß war. Der Klausi braucht 24 Stunden Betreuung, man darf ihn keine Sekunde aus den Augen lassen. Wenn er den Raum verlässt, heißt das schon, dass er irgendetwas anstellen könnte. Das heißt, man ist von früh bis spät auf 180.“

Livegäste in der Radio Kärnten Family

Wolfgang Leitner vom Bürgerservice des Landes und Ewald Zöhrer sind ab 14.00 Uhr als Livegäste im Radio-Kärnten-Studio. Zöhrer versucht als Sozialarbeiter, Delogierungen zu verhindern.

Familie braucht Helfernetzwerk

Für Doris Perner und den älteren Sohn Leonhard war der Delogierungstermin ein Drama, für das autistische Kind Klaus eine Katastrophe: „Wir haben vier Jahre Kampf hinter uns, damit Klaus sich in der Wohnung sicher fühlt und wohl fühlt, damit die Ausbrüche und Attacken, die er hat, nicht mehr das Ausmaß haben, wie früher.“ Deshalb setzte „Aufgezeigt“ alles daran, die Delogierung zu verhindern. Egal, was Frau Perner an Fehlern gemacht hatte, die junge Familie braucht ein Helfernetzwerk.

Siedlungswerk setzt Delogierung aus

Der Besuch beim Kärntner Siedlungswerk (KSW), fand statt, während Klausi in der Schule war. Schon nach einem kurzen Gespräch war die KSW bereit, die Delogierung auszusetzen. Ein Interview bekamen wir nicht, aber eine schriftliche Stellungnahme: „Wir geben Frau Perner gerne eine dritte Nachfrist, um die fehlende Wohnbeihilfe beim Land Kärnten einzufordern. Frau Perner kann den restlichen Betrag in für sie passenden Raten abbezahlen. Wir hoffen, dass damit eine für alle Seiten zufriedenstellende Lösung gefunden werden konnte und Frau Perner in der Wohnung bleiben kann.“

Aufgezeigt Delogierung Droht

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Gudrun Maria Leb von „Aufgezeigt“ mit Doris Perner auf dem Weg in die Landesregierung

Bürgerservice organisiert Helferkonferenz

Damit wurde für Doris Perner und ihre Söhne Zeit gewonnen, um das Problem mit dem hohen Mietrückstand lösen zu können. Das Bürgerservice des Landes mit Wolfgang Leitner half bei dieser Lösung: „Mit ‚Aufgezeigt‘ haben wir die Brisanz bei der KSW erreichen können, dass die Delogierung vorerst abgesagt wird. Das heißt aber noch lange nicht, dass sie vom Tisch ist. Meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom Bürgerservice haben die Möglichkeit der Vernetzung im Amt der Kärntner Landesregierung. Da wird es jetzt das Wesentliche sein, die Fachorganisationen zu einer Helferkonferenz zu bewegen. Als Zweites werden wir versuchen, mit unserer Vernetzung mit Hilfsorganisationen - Licht ins Dunkel, Kärntner in Not, Caritas oder Volkshilfe - eine Soforthilfe für die Familie Perner aufzustellen.“

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