„Aufgezeigt“ zieht Zwischenbilanz

Seit Jahresbeginn zeigt Gudrun Maria Leb in Radio, TV und Internet Fälle von Kärntnern auf, die Rat und Hilfe suchen. Nun zieht sie Bilanz, was aus den Geschichten wurde und ob sich die Situation für die Betroffenen besserte.

In der Rubrik „Aufgezeigt“ wurden inzwischen acht Geschichten beleuchtet, mit Abstand am meisten Echo bekam der Beitrag von Christine Schorn und ihrer schwer behinderten Tochter Rebecca. Die Mutter hätte wegen der neuen Inkontinenzversorgung der Gebietskrankenkasse zwei Drittel der Windeln für Rebecca selbst finanzieren müssen. Das sei für sie besonders schwierig, da sie die Mindestrente beziehe, wie sie im Interview sage - mehr dazu in Aufgezeigt „Inkontinenzversorgung“.

„Härtefonds“ und privater Spender

Nach der „Aufgezeigt“-Reportage richtete die GKK einen Härtefonds ein, 50 Betroffene stellten schon einen Antrag. Sie sollen von der GKK auch einen höheren Zuschuss bekommen. Das alles ist erst im Anlaufen, die GKK prüft jeden einzelnen Fall. Frau Schorn fand zusätzlich durch die Berichterstattung einen privaten Spender, der die Mehrkosten für Rebeccas Windeln ein Jahr lang finanziert.

Sendungshinweis:

„Guten Morgen Kärnten“, 1.3.2017

Brille statt Star-Operation

Der zweite Fall war eine Geschichte über die 86 Jahre alte Frau Hannelore, die auf eine Untersuchungen im Klinikum, ob sie eine Staroperation braucht oder nicht, fast ein Jahr hätte warten sollen. „Aufgezeigt“ konnte einen Untersuchungstermin beim Primar der Augenabteilung de Klinikum Klagenfurt, Yossuf El Shabrawi, erwirken. Dort bekam Frau Hannelore nach vielen Tests und Messungen eine Brille empfohlen - mehr dazu in Ein Jahr warten auf Star-Operation. Denn in ihrem Fall hätte eine Staroperation nicht viel bewirkt.

Wirbel um Krankengeld-Rückzahlung aufgeklärt

Das Thema Gesundheit war auch bei der Krankenstandsgeschichte von Frau Andrea ein Thema. Sie musste einen Teil des Krankengeldes brutto an die Gebietskrankenkasse zurückzahlen, obwohl es ihr netto ausbezahlt worden war. Die Betroffene war während eines längeren Krankenstandes von ihrer Firma gekündigt worden und prozessierte dann am Arbeitsgericht dagegen. Frau Andrea erwirkte schließlich eine Kündigungsentschädigung.

Sie wurde zudem dank „Aufgezeigt“ darüber aufgeklärt, dass die GKK bei langen Krankenständen sozusagen in die Rolle des Dienstgebers schlüpft. Deshalb lieferte sie den Dienstgeberanteil faktisch direkt ans Finanzamt ab und Frau Andrea musste den Betrag brutto zurückzahlen. Sie kann sich die Differenz beim nächsten Steuerausgleich wieder zurückholen - mehr dazu in „Aufgezeigt“: Aufpassen beim Krankengeld.

Causa Einheitswert: Aus für Haberer-Hof

Auch der Aufgezeigt-Bericht über die neue Einheitswertberechnung für Bauernhöfe schlug hohe Wellen. Roman Lobner, der Haberer-Bauer, hätte mehr als das Doppelte an Abgaben für seinen Hof bezahlen müssen. Das „Aufgezeigt“-Team rechnete nach. Der Einheitswert sank dann zwar deutlich, trotzdem ist die Belastung noch so groß, dass Roman Lobners Sohn den Habererhof nicht mehr weiterführen kann: „Das geht sich nicht aus. Es bleibt nichts übrig, deshalb werde ich aufhören“ - mehr dazu in Neuer Einheitswert: Droht Bauernsterben?.

Vorsicht bei Parkstrafen aus dem Ausland

Die Flut von Strafzetteln aus Kroatien, die „Aufgezeigt“ Ende Jänner beschäftigte, kann für die Zukunft nicht wirklich gestoppt werden. Der ÖAMTC kann die Strafverfügungen beeinspruchen, wenn man schnell genug ist und manchmal kommt es dann auch zu einem Nachlass, aber am Billigsten ist es für die Autofahrer, wenn sie in Kroatien bezahlen. Außerdem stellte sich heraus, dass es wichtig ist, das Parkticket immer aufzuheben. Sogar ein Foto vom Ticket im Wagen empfiehlt sich, das man irgendwo zu den Autounterlagen legen sollte. Kroatien geht nämlich gegen Verkehrssünder recht rigoros vor und hat andere Verjährungsfristen - mehr dazu in Alte Parkstrafen werden eingetrieben.

Entschädigung nach Sturz über Staubsauger erwirkt

Eine Anfragen-Flut löste Waltraud Johams Versicherungsproblem aus. Sie war über den Staubsauger gestürzt und bekam von der Wiener Städtischen nichts, weil ihr laut Arztbrief vor dem Sturz bereits schwindlig war. Laut Joham sei ihr aber erst durch die Medikamente später schwindelig geworden.

„Aufgezeigt“ erreichte eine Art „Versöhnungszahlung“. Die Wiener Städtische überwies Frau Joham 1.000 Euro. Sie kämpft aber weiter um eine höhere Abgeltung. Joham: „Es ist schade, dass die Leute um jeden Cent kämpfen müssen“ - mehr dazu in Aufgezeigt: Wenn die Versicherung nicht zahlt.

Stromschuld teilweise erlassen

Im Fall jener Frau, die bei den Klagenfurter Stadtwerken sechs Jahre lang Stromschulden anhäufte, ohne dass sie oder die Stadtwerke etwas davon bemerkten, konnte „Aufgezeigt“ erwirken, dass der Betroffenen ein Viertel der Stromschuld erlassen wurde, weil sie schon viele Jahre Kundin der Stadtwerke ist - mehr dazu in „Aufgezeigt“: Papierkrieg um Stromrechnung.

Kontaktieren Sie „Aufgezeigt“ mit Ihrem Anliegen

Tatsächlich konnte „Aufgezeigt“ bis jetzt bei jedem der acht Fälle weiterhelfen, meist auch finanziell. Wenn Sie ein Anliegen haben und Unterstützung brauchen schreiben Sie bitte an aufgezeigt.kaernten@orf.at oder direkt an Gudrun Maria Leb, Redaktion „Aufgezeigt“, Sponheimerstraße 13, 9010 Klagenfurt.

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