KE bringt Hommage an Timber-Trattnig

Das Klagenfurter Ensemble widmet sich dem Werk Georg Timber-Trattnigs mit einer Revue, der Titel stammt vom Autor selbst: „Wir sind hier um uns zu umarmen“. Premiere ist am 7. November.

Das Klagenfurter Ensemble kündigt für seine jüngste Produktion 100 Minuten Show voll Aberwitz und Sprachpoesie an. Die Revue „Wir sind hier, um uns zu umarmen“ soll eine Mischung aus Literatur, Musik, Tanz und Video werden, um mit Georg Timber-Trattnig an eine Art Universalgenie der heimischen Kunstwelt zu erinnern und einen Sprachtitan und Wortschöpfer wiederauferstehen zu lassen, der viel zu früh das Leben gegen den Tod eingetauscht hat.

Künstlerisches Multitalent

Georg Timber-Trattnig war Mitbegründer der Indie-Pop-Band „Naked Lunch“ und hat 300 Liedtexte geschrieben für Sänger wie Ludwig Hirsch, Ulli Baer oder Gary Lux. Er war bildender Künstler und Autor von Romanen, Drehbüchern, Theaterstücken und Musicals. Er starb im Alter von 34 Jahren.

„Fixstern, der viel zu früh verglühte“

Dies sei auch der einzige Fehler Timber-Trattnigs, sagte Theaterdirektor Gerhard Lehner bei der Präsentation der Produktion: „Georg Timber-Trattnig ist ein Fixstern, der viel zu früh verglüht ist. Dennoch hat er für seine kurze Lebenszeit ein erstaunliches Gesamtkunstwerk hinterlassen. Es gibt noch sehr viele Schätze zu heben. Er hat ein Leben frei nach ‘Jekyll and Hide‘ geführt. Dieses Zusammenwirken zeugt von einem Genie, von dem wir nicht sagen können, wie es zustande kommt.“

Timber-Trattnigs engster Freund führt Regie

„Kunst ist Spaß. Der einzige Spaß, den wir haben" - diese Aussage Timber-Trattnigs über Kunst und Leben reiht sich ein in eine ganze Reihe von wunderbaren Sätzen dieses Autors. Die Aufgabe, an diesen Menschen und Künstler zu erinnern, hat sich einer seiner engsten Freunden vorgenommen: Oliver Welter, Sänger der Band Naked Lunch, führt dafür Regie.

„Einerseits ist es schwer für mich, weil ich ein großer Freund von ihm war. Andererseits legitimiert mich das auch gewissermaßen dazu, das zu machen. Man kann es auch mit anderen Worten sagen: Es muss getan werden, dieses Oeuvre den Leuten näherzubringen. Wenn es keiner macht, muss ich es machen.“

Zeintl: „Es wird ein berührender Abend“

Gespielt wird „Wir sind hier um uns zu umarmen“ von der neu gegründeten Theaterformation namens „Uns hängt die Zunge zum Hals heraus“. Mit dabei ist auch ein Liebling des Kärntner Theaterpublikums: Nadine Zeintl. „Es wird gesungen, gelacht, getanzt, geweint, getrunken, geraucht. Revue ist einfach ein Miteinander. Ich glaube, genau das wollen wir damit machen und den Menschen näherbringen. Sie wollen nur Sachen, die er wirklich geschrieben hat. Ich glaube, es wird ein sehr berührender Abend.“

Mit seinem Fokus auf das Werk von Kärntner Autoren unternimmt das KE erneut den Versuch, die Möglichkeiten des Theaters als Kunstform neu auszuloten. Premiere ist am 7. November.