Tödlicher Unfall: „Gaffer“ filmen Rettungseinsatz

Ein 63-jähriger Skifahrer ist am Montag nach einem Sturz auf dem Nassfeld gestorben. Zahlreiche Schaulustige filmten die Reanimationsversuche. Für Polizei und Rettungskräfte ein unverständliches, pietätloses Verhalten.

Der Mann aus Maria Saal war mit seinem 25-jährigen Sohn auf dem Nassfeld Skifahren, der Sohn sah den Sturz des Vaters aber nicht. Laut Polizei stürzte er auf der FIS-Abfahrt im Auslauf des Steilhangs, er rutschte 40 Meter in ein Flachstück und blieb dort nahe der Lifttrasse bewusstlos liegen. Trotz Skihelms erlitt der Mann bei dem Sturz schwere Kopfverletzungen. Die anwesende Bergrettung begann mit der Reanimation, die vom Notarzt des Rettungshubschraubers fortgesetzt wurde. Der Arzt konnte aber schließlich nur den Tod feststellen.

Schaulustige filmten Rettungseinsatz

Noch während die Rettungskräfte auf der Piste versuchten, den Mann wieder zu beleben, machten zahlreiche vorbeifahrende Schaulustige Fotos und Filme mit ihren Smartphones. Für die Einsatzkräfte ein unangebrachtes und pietätloses Vorgehen. Um den Andrang zu verringern, mussten die Bergbahnen kurzzeitig sogar den Liftbetrieb unterbrechen.

Mehrmals baten die Einsatzkräfte die vorbeifahrenden Skifahrer, mit dem Filmen aufzuhören, einige wurden sogar eindringlich verwarnt. „Einige haben trotzdem weiter gefilmt“, sagt Albert Schellander von der Polizei Kötschach. Für Schellander ist dieses Vorgehen unverständlich, die Helfer hätten in so einem Moment anderes zu tun, als sich um „filmende Gaffer“ zu kümmern.

Veröffentlichung nicht erlaubt

Verboten ist das Filmen und Fotografieren von Unfällen nicht. Strafbar wird das Ganze aber, wenn Foto- oder Filmmaterial öffentlich gemacht wird, zum Beispiel wenn das Material im Internet hochgeladen wird, dies gilt als Verletzung der Persönlichkeitsrechte.

Wie sich Unfallzeugen im Smartphone-Zeitalter verhalten sollten, ist für Polizist Albert Schellander eine klare Sache: „Sie sollten Pietät zeigen und die Würde des Menschen beachten.“