Schalldämpfer für Mölltaler Kraftwerk

Seit fast drei Jahren kämpfen die Mölltaler rund um das Kraftwerk Rottau um Ruhe. Die Pumpen der Kraftwerkskette produzieren verstärkt ein Brummen in einem unangenehmen Frequenzbereich. Nun wurde ein speziell konstruierter Resonator getestet.

12.000 Liter Wasser pro Sekunde werden von einer Pumpe in den 20 Kilometer entfernten Speicher Kölnbreinsperre gepumpt. Seit Spitzenstrom in Europa besonders begehrt ist, laufen die Pumpen häufiger als früher, man produziert so viel wie möglich. Beim Pumpen sticht eine Frequenz ganz besonders hervor: 75 Hertz, die kaum hörbar sind, die man aber als ein unangenehmes, weit spürbares Brummen wahrnimmt. Das quält seit drei Jahren rund 500 Anrainer im Mölltal.

Reisseck Resonator Schalldämpfer Anrainer Lärm

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Die große Pumpe, in der Mitte der Schalldämpfer, der eine Gegenschwingung erzeugen soll

Weltweit einzigartiges Gerät

Jetzt soll ein Schalldämpfer, ein weltweit einzigartiger Resonator, die Schwingungen dämpfen. Die Schwingungen werden nämlich über die Luft kilometerweit übertragen. Ende vergangener Woche wurde das drei Tonnen schwere Gerät, entwickelt von der TU Graz, getestet. Betriebsleiter Josef Mayrhuber sagte, die 75 Hertz wolle man dämpfen und mit dem Gerät eine Gegenschwingung erzeugen, die diese Frequenz treffe und vermindere.

Reisseck Resonator Schalldämpfer Anrainer Lärm

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Projektleiter Mayrhuber (Mitte) beim Resonator

Reisseck Kraftwerk Pumpe Lärm

ORF/Peter Matha

Innen und außen wurde der Lärm gemessen

„Geräusch anders und nicht so störend“

Mehrere Stunden lief eine der beiden Pumpen mit dem Schalldämpfer, dazu wurde im und außerhalb des Kraftwerks gemessen. Hunderte Anrainer wie Alexandra Königsreiner, die Sprecherin der Bürgerinitiative gegen Pumplärm, hörten bei ihren Häusern mit: „Wir waren im Freien, uns ist aufgefallen, dass es anders ist. Man hört die Pumpe schon, aber anders und nicht so störend.“

Kraftwerk mit Schalldämpfer

Der Resonator soll die Pumpgeräusche einer bestimmten Frequenz leiser machen.

Auch der unabhängige Sachverständige Werner Schwab aus Villach bestätigte, dass der Schalldämpfer funktioniert. Die Vibrationen an dem freistehenden Druckrohr seien deutlich geringer, sagte er auf ORF-Anfrage. Das Problem sei mit dem Resonator an der Wurzel gelöst.

Schalldämpfer Reisseck Kraftwerk

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Dreharbeiten im Kraftwerk

Reisseck Resonator Schalldämpfer Anrainer Lärm

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20 Kilometer weit wird das Wasser gepumpt

Zweiter Resonator geplant

Ganz abgeschlossen ist die Sache mit dem Pumplärm aber noch nicht, im Vollbetrieb laufen nämlich mehrere Pumpen im Verbund-Kraftwerk. Königsreiner sagte, man werde abwarten, bis der zweite Resonator laufe. Dann werde man sehen, ob es genug sei oder nicht.

Die Resonanzen bringen auch die Rohre zum Schwingen und können sie dadurch langfristig beschädigen. Der Einbau der Schalldämpfer kann also im Lauf der Jahrzehnte auch dem Verbund Geld sparen.