Weniger Schüler für zu viele Lehrer

Kärnten ist österreichweit das einzige Bundesland, in dem es immer weniger Schüler, aber zu viele Lehrer gibt. In anderen Bundesländern müssen oft sogar Pensionisten oder Studierende in die Klasse, um zu unterrichten.

An diesem Montag beginnt nicht nur für die Schüler wieder der Schulalltag, sondern auch für die Lehrer. Knapp 4.400 sind es im Pflichtschulbereich, etwa 31.000 in den höheren Schulen. Für einige hundert von ihnen beginnt nach dem Studium ein neuer Lebensabschnitt, sie unterrichten in diesem Schuljahr das erste Mal an einer Schule. Ein Moment, auf den manche Lehrer oft jahrelang warten müssen.

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Schulzusammenlegungen und hohes Pensionsalter

Hauptursache für die Situation sei hauptsächlich der Rückgang an Schülern, sagte Landesschulratspräsident Rudolf Altersberger. "Aufgrund dieser Entwicklung gibt es Schulzusammenlegungen, der dritte Faktor ist das Pensionsantrittsalter, das bis 65 angehoben wurde. Es dauert also länger, bis junge Kollegen eine freie Stelle bekommen.“

Im Pflichtschulbereich gibt es heuer im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 283 Schülern. Bei den Fachberufsschulen ist ein Minus von 400 zu verzeichnen, bei den Berufsbildenden höheren Schulen gibt es einen Gleichstand und nur bei den AHS sind es um 400 Schüler mehr.

Regional und bei Fächern große Unterschiede

Wie lange ein ausgebildeter Lehrer auf einen Job warten muss, sei regional sehr unterschiedlich. In Oberkärnten gehe es schneller als im Zentralraum. Auch die Wahl des Fachs kann die Jobsuche beschleunigen. Es gibt Gegenstände, für die dringend Lehrer gebraucht würden: „Musik, Bildnerische Erziehung, Physik im höheren Schulbereich. Im Pflichtschulbereich wird es sicher notwendig sein, Mathematik als Fach zu wählen, auch Deutsch und Englisch. Mit Fächern, die mit nur einer Stunde pro Woche unterrichtet werden, werde ich nicht so leicht eine Anstellung finden, wie bei den großen Fächern", sagte Altersberger.

Grundsätzlich sollte aber jenes Fach studiert werden, das bis zur Pensionierung Spaß macht und für das man brennt, empfiehlt der Landesschulrats-Präsident.

Zweisprachige Schulen als Jobmotor

Ein Jobmotor für Lehrer in Kärnten sind die zweisprachigen Schulen, so Altersberger: „Mit der Möglichkeit, dass auch Teamlehrer unterrichten, also in Doppelbesetzung. Auch wenn in zweisprachigen Schulen die Klassenschülerzahl geringer und die Lehrverpflichtung niedriger ist, gibt es dort wesentlich bessere Anstellungschancen.“

Der Schulbeginn nach den großen Ferien im nächsten Jahr dürfte für manche Wartelisten-Lehrer ein Guter werden. Denn aufgrund der Übergangsphase in der neuen Ausbildung wird im nächsten Jahr kein fertig ausgebildeter Lehrer die Pädagogische Hochschule verlassen. Eine Chance auf Entspannung bei der Jobsituation, heißt es aus dem Landesschulrat.

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