Kripo warnt vor falschen „Chef“-Mails

Das Bundeskriminalamt warnt Firmen vor einer neuen Betrugswelle. Mindestens 500 heimische Unternehmen sind ins Visier von international agierenden Kriminellen geraten. Die Betrüger geben sich als Firmenchefs aus und fordern per E-Mail Mitarbeiter zur Überweisung hoher Geldbeträge auf.

Kärntner Firmen, die dieser Tage Post vom Bundeskriminalamt erhalten, müssen nicht erschrecken. Im Gegenteil, sie werden gewarnt, um international tätigen Betrügern nicht auf den Leim zu gehen. Wie gefährlich die Täter sind, musste schon eine ganze Reihe von Unternehmern in Österreich bitter erfahren. Hunderte Mails wurden bereits verschickt - die masche ist immer die gleiche: Ein Firmenchef verlangt von seinem Buchhaltungspersonal, eine große Summe Geldes zu überweisen - geheim, schnell und unbürokratisch, weil es um ein tolles Geschäft gehe.

Vier Überweisungen: 83 Millionen Euro Schaden

Elf Mal wurde gezahlt, sieben Mal gelang es der Polizei, das Geld zurückzuholen. Vier Mal war die Bande erfolgreich. Diese Unternehmen erleiden einen Schaden von sage und schreibe 83 Millionen Euro. Die hohe Summe macht das ganze so gefährlich, sagte Silvia Kahn vom Bundeskriminalamt: „Hier ist jedes Bundesland und auch alle Branchen betroffen, verstärkt Klein- und Mittelbetriebe. Wir möchten die Unternehmen bitten, dieses Phänomen und diese Betrugsmasche ihren Mitarbeitern erklären. Damit sie - sollte es zu einem Versuch kommen – richtig reagieren.“

Die Devise lautet, nicht vorschnell hohe Beträge zu überweisen. Wichtig seien interne Kontrollmechanismen, das Vier-Augenprinzip. Auf die betroffenen 500 Firmen in Österreich sei man gekommen, weil sich die Adressen auf einer Datenbank befunden haben, die von internationalen Ermittlern sichergestellt wurden. Betroffen könnten aber auch andere Firmen sein.

Im Fall des Falles Rücksprache mit Chef halten

Wie soll man sich als Mitarbeiter also verhalten? Kahn: "Wir können nicht ausschließen, dass es auch abseits dieses Datensatzes Opfer geben kann. Wir informieren sehr stark. Wichtig ist für die Betroffenen, die einlangenden E-Mails auf ihre Schreibweise zu überprüfen, die Mail zu verifizieren und auch gezielte Rückfragen an den Chef zu stellen - aber nicht über die zugesandte Mailadresse.

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