Kein einziges Taxi rollstuhlgerecht

In Klagenfurt gibt es kein einziges rollstuhlgerechtes Taxi mehr. Ein entsprechendes Fahrzeug mit Rampe ist vorhanden, doch es fehlt ein professioneller Betreiber. Ein privater Anbieter stellte den Dienst nach zwei Jahren ein.

Was braucht ein Behindertentaxi, um diesen Namen auch zu verdienen? In erster Linie eine Heberampe. Viele Behinderte können selbst in ein Auto einsteigen, doch manche können den Rollstuhl nicht verlassen und sind auf Hilfe angewiesen. Ein Taxiunternehmen bot in Klagenfurt zwei Jahre lang einen entsprechenden Dienst für Behinderte an, der dann jedoch wieder eingestellt wurde.

Service würde Rund um die Uhr gebraucht

Der ÖZIV, die österreichweite zukunftsorientierte Interessensvertretung für behinderte Menschen, verfügt zwar über ein behindertengerechtes Fahrzeug, sieht sich jedoch außerstande, den Service in Klagenfurt allen Behinderten anzubieten. Die vielen Anfragen seien nicht mehr zu bewältigen, sagt der Präsident des ÖZIV, Rudolf Kravanja. "Das Problem ist, dass Menschen mit Behinderung einfach ein Taxi brauchen, um irgendwohin zu kommen. Sei es, ob sie zum Einkaufen, zum Arzt oder zur Apotheke wollen. Diese Möglichkeit sollte eigentlich rund um die Uhr zur Verfügung stehen, wir können es aber nicht mehr anbieten.“

30 Behinderte brauchen Taxidienst

In Klagenfurt gibt es etwa 30 behinderte Menschen, die solche Taxidienste benötigen würden. In Villach funktioniert der Taxidienst des ÖZIV noch gut, so Kravanja. Denn dort habe man einen Partner gefunden, der diese Fahrten durchführt. Kravanja will nicht aufgeben: „Wir sind in Gesprächen mit der Wirtschaftskammer Kärnten, mit den Taxiunternehmen, haben schon mit drei Kontakt aufgenommen. Der ÖZIV stellt das Fahrzeug zur Verfügung, den Bus mit Rampe gibt es ja. Der Taxiunternehmer könnte das professionell betreiben und den Transport aufrechterhalten.“

Behindertenanwältin will Gemeinschaftstaxi

Die Behindertenanwältin des Landes Isabella Scheiflinger kennt das Problem. „Mein Wunsch wäre, ein Gemeinschaftstaxi zu organisieren, das für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Ich bin überzeugt davon, dass das von vielen Menschen in Anspruch genommen würde.“

Das Rote Kreuz bietet auch einen Transportdienst an, eine Fahrt kostet etwa 32 Euro. Die Stadt Klagenfurt unterstützt die Behinderten bei den Fahrtkosten mit maximal 44 Euro pro Monat, so die Auskunft der Stadt.

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