Gamsgrubenweg: Vorsicht vor Steinschlag

Schon zwei Mal musste der Gamsgrubenweg, der beliebteste Wanderweg unter dem Großglockner, wegen Steinschlaggefahr gesperrt werden. Nach Millioneninvestitionen führt der Weg nun durch mehrere Tunnel. Immer wieder werden aber Steine locker.

Der Gamsgrubenweg führt von der Franzjosefshöhe hoch über der Pasterze entlang. Bis zu 2.000 Menschen, Bergsteiger und Halbschuhtouristen, sind hier jeden Tag unterwegs. Doch die Steinschlaggefahr bleibt groß. Am Wochenende rief eine Wanderin beim ORF an und erzählte, dass sie sich beim Spaziergang entlang des Gamsgrubenweges an die Felswand drücken musste, weil Steine vom Berg stürzten.

Steinschlag Gefahr Gamsgrubenweg

ORF/Matha

Lose Felsplatten werden regelmäßig abgeschlagen

Tunnelröhren sichern Wanderweg

Durch das Schmelzen des Pasterzengletschers sind die Felswände über dem Weg instabil. Schon Ende der 1990er-Jahre schossen viele Steine auf den Weg. Wanderer wurden verletzt, einige sogar schwer - mehr dazu in Wanderer durch Steinschlag verletzt (kaernten.ORF.at; 10.9.2012). Der berühmte Wanderweg wurde geschlossen, an den gefährlichsten Stellen wurden Tunnelröhren in den Berg gesprengt. Die Kosten lagen bei drei Millionen Euro.

2013 wurde das Steinschlag-Problem erneut größer. Jetzt fielen die Felsstücke auch an den freien Stellen zwischen den Tunnelröhren auf Touristen. Wieder gab es eine Sperre, wieder musste gebaut werden - mehr dazu in Gamsgrubenweg: Sperre wegen Bauarbeiten (kaernten.ORF.at; 10.8.2013). Mit massiven Betongallerien wurde der Wanderweg geschützt. Schon damals war klar, das wird wohl nicht das Ende der Bauarbeiten am Gamsgrubenweg sein.

Steinschlag Gefahr Gamsgrubenweg

ORF/Matha

Erhalter prüft und sichert Weg regelmäßig

Nach der Tunnelkette bräuchte man jetzt eine 400 Meter lange Galerie oder einen weiteren Tunnel um wieder sicheres Gelände zu erreichen. Man tue was man kann, sagte Peter Embacher, der Betriebsleiter der Großglockner Hochalpenstraßen AG (GROHAG) auf Nachfrage von Radio Kärnten. Die GROHAG ist die Erhalterin des Weges und damit verantwortlich. Vor der Sommersaison und nach Unwettern würden die Felswände über dem Weg kontrolliert, lose, gefährliche Brocken abgeschlagen.

Steinschlag Gefahr Gamsgrubenweg

ORF/Matha

GROHAG: Keine Verlängerung des Schutzes

Johannes Hörl, der Direktor der GROHAG sagte gegenüber dem ORF, die Verantwortung der GROHAG ende mit der Tunnelkette. Danach handle es sich um einen alpinen Steig auf dem jeder selbst die Verantwortung trage. Aus behördenrechtlicher und finanzieller Sicht werde es in absehbarer Zeit keine Verlängerung des Schutzes für Wanderer geben. Seit einigen Tagen ist der Weg wieder offen, Sicherungsarbeiten wurden abgeschlossen.

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