Große Fortschritte in der Gehirnforschung

In den letzten Jahren hat es große Fortschritte bei der Gehirnforschung gegeben, vor allem bei Multipler Sklerose und Schlaganfällen. Wenig Neues gibt es bei Demenzerkrankungen, sagt der ärztliche Leiter der Privatklinik Villach, Bruno Pramsohler.

In Innsbruck findet derzeit die Woche des Gehirns mit zahlreichen Vorträgen statt - mehr dazu in Faszinierendes Gehirn im Blick. Primar Pramsohler sagte im Gespräch mit dem ORF, besonders durch den Einsatz modernster Technologien wie Computertomographie, Magnetresonanztherapie, SPECT-Untersuchungen (Singlephotonen-Emissionscomputertomographie), sei der Blick ins Gehirn viel besser geworden. Dadurch könne man Erkrankungen rascher und besser erkennen und effizienter therapieren.

Gehirn Hirn

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Schübe bei Multipler Sklerose reduziert

„Vor rund 30 Jahren konnte man die Multiple Sklerose mit Cortison ein bisschen anbehandeln, den Verlauf aber nicht wesentlich beeinflussen. Durch den Einsatz neuromodulatorischer und immunmodulatorischer Therapien ist der Erkrankungsverlauf neu geschrieben worden.“ Die Schubrate bei MS, die auch zu motorischen Behinderungen führten, habe man reduzieren können, so Pramsohler. Auch bei Schlaganfällen gab es Weiterentwicklungen: „Mit neuen, invasiven Therapien ist es gelungen, dramatische Verbesserungen für die Patienten herauszuholen.“

Kaum Fortschritte bei Demenzkrankheiten

Kaum neue Erkenntnisse gibt es auf dem Gebiet von Demenz und Alzheimer. Das sei ein traurigeres Kapitel, sagte Pramsohler. Die Medikamenten sind einige Jahrzehnte alt. Obwohl die Forschung auf Hochtouren laufe, könne man die Erkrankung nicht zum Stillstand bringen. Man hoffe, dass bei Demenzen und auch Parkinson in den nächsten Jahren neue Medikamente gefunden werden.

Das Gehirn müsse laufend trainiert werden, so der Primar: „Es gibt da den schönen Spruch ‚use it or lose it‘, man soll das Gehirn ständig mit Neuigkeiten füttern. Umgekehrt sollte man alles vermeiden, was das Hirn schädigt. Dazu gehört der Alkohol, zehn Prozent der Bevölkerung sind alkoholkrank, das macht vor allem psychische Probleme. Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht die Tumorgefahr.“ Auch das beeinträchtige die Gehirndurchblutung. Ruhe bekommt das Hirn beim Schlafen, man sollte 7,5 bis acht Stunden schlafen und seine Ruhephasen pflegen, so Pramsohler.