Bachmanns Werk digital verfügbar

Am 25. Juni hätte Ingeborg Bachmann ihren 90. Geburtstag gefeiert. Die in Klagenfurt geborene Schriftstellerin gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts. Künftig wird ihr Werk auch digital verfügbar sein.

Vor 90 Jahren - am 25. Juni 1926 - wurde Bachmann in Klagenfurt geboren, bis heute gilt sie als „Literaturstar“. Einen Tag vor dem 90. Geburtstag von Ingeborg Bachmann sind im Piper Verlag die ersten Titel der österreichischen Dichterin auch digital erschienen. Ihre ersten zwei Lyrikbände - „Die gestundete Zeit“ und „Anrufung des Großen Bären“ - bilden zusammen mit ihren „Frankfurter Vorlesungen“ und dem Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ den Auftakt.

„In den kommenden Monaten folgen Ingeborg Bachmanns Prosa sowie Essays und Briefe mit dem Ziel, sämtliche Werke digital zugänglich zu machen“, hieß es in einer Aussendung des Verlags. Weitere wichtige Veröffentlichungen in diesem Jahr seien die im November erscheinenden ersten zwei Bände der Salzburger Werkausgabe, die der Suhrkamp Verlag mit Piper herausbringt, sowie der biografische Essay „Ingeborg Bachmanns Winterreise nach Prag“ von Hans Höller, der Anfang Oktober im Piper Verlag erscheint.

Ingeborg Bachmann 40 Todestag

ORF

Neue Werkausgabe

30 Bände wird eine neue Werkausgabe zum 90. Geburtstag von Bachmanns umfassen. Sie umfasst Prosa, Gedichte, Essays, Hörspiele, Libretti und Korrespondenz. Die ersten beiden Bände erscheinen im November. Mit „Das Buch Goldmann“ wird auch Bachmanns letztes großes Erzählvorhaben zugänglich. Der zweite Band trägt den Titel „Male oscuro. Aus der Zeit der Krankheit.“ Damit werden auch jene Teile des Nachlasses zugänglich, die bisher gesperrt waren.

40 Jahre Bachmannpreis und Ö1-Schwerpunkt

In Klagenfurt finden in der kommenden Woche zum 40. Mal die "Tage der deutschsprachigen Literatur statt, Vom 29. Juni bis 3. Juli wetteifern im ORF Theater in Klagenfurt 14 Autoren/innen aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Frankreich, Serbien, Türkei, Israel und der Schweiz um den mit 25.000 Euro dotierten Ingeborg-Bachmann-Preis.

ORF Matinee BAchmannpreis

Thomas Feichter

Ö1 widmet dem Doppel-Jubiläum - 40. Bachmann-Preis und 90. Geburtstag Bachmanns - einen Schwerpunkt. Bis 4. Juli widmet man der Literatin 13 Sendungen - mehr dazu in oe1.ORF.at.

Ausstellungen zum Doppel-Jubiläum

Das Musil-Literatur-Museum widmet den Jubiäen auch die Ausstellung „Heinz Bachmann: Ingeborg - Wie ich Rom sah“. Gezeigt werden Teile einer Foto-Serie, die Bachmanns Bruder in Rom von der Schriftstellerin aufnahm.

Die beiden Schriftsteller Ingeborg Bachmann und Paul Celan verband eine unglückliche Dichterliebe, unsterblich wurde diese Liebe durch deren Briefe und Gedichte. Zum 90. Geburtstag der Autorin zeigt die Universität Klagenfurt ein Künstlerbuch der Grafikerin Petra Maria Lorenz mit Gedichten der Liebenden.

Weiter großer Einfluss auf die Literatur

Bachmanns Einfluss auf Literaten ist ungebrochen. So ist Peter Truschners Romantitel „Das 35. Jahr“ ein bewusster Verweis auf Ingeborg Bachmanns Erzählung „Das 30. Jahr“. Spuren der großen Schriftstellerin lassen sich auch bei Bachmann-Preisträgerin Terezia Mora finden.

Auch die gebürtige Vorarlbergerin Nadine Kegele beschäftigte sich jahrelang mit Bachmann. Kegele gewann bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur 2013 den Publikumspreis und war 2014 für ein halbes Jahr Stadtschreiberin von Klagenfurt. Ihr Text „Flügel, die mir wuchsen, weil ich fiel“ ist die Ausrufung einer Revolution, denn am Ende hat nicht mehr der Mann das Sagen, sondern die Frau, die er fallen gelassen hat. Sie habe viel von Bachmann gelernt, sagt Nadine Kegele. Zum Beispiel, dass man auch im Privatleben, wenn es um die Kunst geht, keine Kompromisse eingehen soll. Vor Bachmann hat Kegele die größte Hochachtung: „Sie ist wie eine Übermutter, ein Vorbild, das ich wohl nie erreichen werde.“

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