Bär in Kärnten auf Reviersuche

In Kärnten ist ein Bär derzeit auf Reviersuche. Das Tier zog in den vergangenen Tagen durch die Goldeck- und Kreuzeck-Gruppe und wurde mehrfach gesichtet und auch gefilmt. Er dürfte aus Slowenien oder Kroatien eingewandert sein.

Der männliche Braunbär mit dem auffälligen weißen Schulterfleck zog am Wochenende durch die Goldeck-und Kreuzeck-Gruppe und wurde dabei auch gefilmt. Er ist offenbar auf Reviersuche und verhält sich deswegen auch frecher als bereits angesiedelte Tiere.

Bäriges Video

Der Tier näherte sich in der Kreuzeckgruppe Menschen bis auf 60 Meter, mit der Kamera wurden die Aufnahmen gemacht.

Nähere Erkenntnisse durch DNA-Test

Die erste Sichtung erfolgte im Revier der Bundesforste, in der Gemeinde Sachenburg. Der Bär wurde von Förstern gesichtet, einer von ihnen war Markus Wielscher, Revierleiter des Forstreviers Millstatt. Er erblickte das seltene Tier bei einem Pirschgang und filmte gleich mit der Handykamera: "Ein beeindruckendes Erlebnis. Live sieht man einen Bären wohl nur einmal im Leben“, sagt der Förster. Wielscher meldete die Sichtung dem Wildbiologen Thomas Huber und übermittelte ihm auch Haare des Bären.

Mittels eines DNA-Tests soll nun Näheres über den Bären herausgefunden werden. Nach ersten Schätzungen könnte das Tier rund fünf Jahre alt sein. Dass es männlich ist, lässt sich laut dem Kärntner Bärenanwalt Bernhard Gutleb an Gang und Verhalten ablesen.

Bär Sichtung Jungbär Goldeck

ORF/Michl Kopeinig

500 dieser Informationsschilder sind in den Kärntner Wäldern angebracht

Bärische Begegnung beim Skifahren

Anschließend durchstreifte das Tier die Kreuzeck-Gruppe in südwestliche Richtung und wurde dabei tagsüber von einem Skitourengeher auf einer Forststraße in 50 Metern Entfernung gefilmt. Das Tier wich ohne große Hast aus. Dann streifte das Tier weiter Richtung Südwesten, wo er zwei Tage später von einem Frächter erneut auf einer Forststraße nahe Greifenburg gesichtet wurde.

Bär Sichtung Jungbar Goldeck

KK

Sichtung des Bären in der Kreuzeckgruppe

Bärenanwalt: „Er bleibt, wo es ihm gefällt“

Laut Kärntner Jägerschaft dürfte der Bär aus dem Karawankengebiet kommen. Durch die auffällige Zeichnung am Rücken sei er leicht wieder zu erkennen. „Diese Bären kommen eigentlich fast immer aus Slowenien oder Kroatien“, bestätigt Bärenanwalt Bernhard Gutleb. Er schätzt, dass in Kärnten derzeit zehn bis elf Bären leben.

Bär aus nächster Nähe gefilmt

Markus Wilscher, Förster bei den Österreichischen Bundesforsten, konnte den Bären mit seiner Handykamera filmen.

Der Jungbär wanderte vermutlich über einen durchgehenden Waldgürtel vom Balkan Richtung Norden. In Kärnten teilt sich die bei Bären übliche Route dann Richtung Karawanken, Karnische oder Gailtaler Alpen. Wo das Tier schließlich sein Revier finden werde, lasse sich nicht prophezeien, sagt der Bärenanwalt: „Er bleibt dann dort, wo es ihm gefällt.“

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