Sechs Jahre Haft für Juwelen-Räuber

Zu sechs Jahren Haft ist am Dienstag in Klagenfurt ein 28-jähriger Serbe verurteilt worden, das Urteil ist nicht rechtskräftig. Er und ein Komplize überfielen im Frühjahr 2013 ein Juweliergeschäft in Klagenfurt. Beide sollen zur Pink-Panther-Bande gehören.

Nach einem DNA-Test wurde im September Anklage erhoben. Am Dienstag musste sich der 28 Jahre alte Mann aus Serbien vor Gericht verantworten, sein 34 Jahre alter Komplize ist nach wie vor flüchtig. Die Polizei schließt nicht aus, dass zumindest einer der beiden Männer schon einmal an einem Raubüberfall auf einen Juwelier in Klagenfurt beteiligt war.

Pink Panther Prozess

ORF

Der Angeklagte vor Gericht.

Im März 2013 überfielen sie das Juweliergeschäft in der Klagenfurter Innenstadt mit einer täuschend echt aussehenden Pistolenattrappe. Sie zwangen eine Mitarbeiterin, sich auf den Boden zu legen, die zweite Mitarbeiterin sperrten sie in einem Nebenraum. Die Räuber nahmen den Frauen die Handys ab und schlugen dann im Verkaufsraum mit einem Pickel die Vitrinen ein. Sie erbeuteten Uhren und Schmuck im Wert von 147.000 Euro. Die Beute steckten sie in eine Tasche und flüchteten. Der 28-Jährige hatte das Geschäft Wochen zuvor ausgekundschaftet, er gab damals vor, eine Rolex-Uhr kaufen zu wollen.

Beute um 20.000 Euro verkauft

Vor Gericht schilderte der Mann am Dienstag, dass er die Beute noch am selben Tag um 20.000 Euro einen Goldhändler in Wien verkauft habe. Ob der das Geschäft in Wien wiederfinden würde, wollte der Staatsanwalt wissen. „Wohl kaum“, antwortete der Angeklagte.

Der Staatsanwalt vermutet weiter ein größeres Netzwerk hinter dem Raubüberfall. Nach 20-minütiger Beratung mit den Schöffen verkündete Richter Norbert Jenny das Urteil: Sechs Jahre Haft. Der Verfahrenshelfer meldete Berufung an, das Urteil sei zu hoch, der Richter wolle einen Musterfall daraus machen. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig. Keine Hinweise brachte der Prozess über den Komplizen des Mannes.

Foto führte auf die Spur der Täter

Zumindest einer der beiden Täter war mit einem Fahrrad unterwegs. Ein Passant konnte mit dem Handy ein Foto von ihm machen. Dieses Foto sollte einer der Schlüssel zur Klärung des Falles werden, denn das fotografierte Fahrrad war ein Mietfahrrad jenes Innenstadthotels, in dem die beiden Männer unter falschem Namen abgestiegen waren.

Das Fluchtfahrzeug konnte die Polizei schließlich der Pink-Panther-Bande zuordnen, also jener international agierenden Räuberbande, die allein in Österreich letztes Jahr ein Dutzend Coups verübt hatte. Wenige Tage nach der Tat stand fest, wer die mutmaßlichen Täter waren, Fahndungsfotos wurden veröffentlicht. Trotzdem dauerte es mehr als ein Jahr, bis einer der beiden Täter festgenommen werden konnte.

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