Vergewaltigung: Haft für 18-Jährigen

Ein 18-jähriger Kärntner ist am Montag am Landesgericht Klagenfurt wegen Vergewaltigung zu einem Jahr Haft, zwei Monate davon unbedingt, verurteilt worden. Das Opfer ist eine 18-Jährige, die beim dem Burschen mit einer Freundin übernachtete.

Obwohl der junge Mann die Tat abstritt, glaubte der Schöffensenat dem Opfer, das angab, vom Angeklagten in der Wohnung seiner Familie missbraucht worden zu sein. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, der 18-Jährige will es bekämpfen.

Opfer mit Alkohol versorgt

Das damals 17-jährige Opfer hatte Liebeskummer und den Abend im April mit einer Freundin in einer Bar verbracht. Dort arbeitete der Angeklagte, damals ebenfalls noch 17 Jahre alt und der Freund des anderen Mädchens, als Barkeeper. Er versorgte die 17-Jährige mit Alkohol, bezahlen musste sie nichts, erzählte sie. Gegen Mitternacht war die Jugendliche so betrunken, dass sie von der Freundin nach oben, in die Wohnung der Familie des Angeklagten, gebracht wurde. Die Mädchen legten sich beide im Zimmer der Mutter schlafen.

„Zu schwach zum Wehren“

Das Opfer berichtete, der Angeklagte habe es aufgeweckt und in sein Zimmer getragen. Dort habe er die noch immer unter massivem Alkoholeinfluss stehende Jugendliche niedergedrückt und vergewaltigt. Sie habe sich zwar versucht zu wehren, sei aber zu schwach gewesen. „Ich habe Angst gehabt, er bringt mich um. Danach ist er neben mir eingeschlafen und ich war wie tot.“

Drei Monate im Krankenhaus

Die Mutter holte das Mädchen am nächsten Tag ab. Die Frau sagte im Zeugenstand: „Meine Tochter war so abwesend, hat nichts geredet und immer wieder sind ihr die Tränen über die Wangen gelaufen. Sie wollte auch nicht in den Arm genommen werden, dabei war sie sonst so ein Sonnenschein.“ Erst Tage später vertraute sich die 17-Jährige einem Freund, später auch dem Hausarzt und der Mutter an. Die junge Frau war nach dem angeklagten Vorfall drei Monate in stationärer Behandlung im Krankenhaus und ist auch heute noch ambulant in Therapie.

Angeklagter leugnet

Der Angeklagte sagte, es stimme alles nicht, was das Mädchen erzählt. „Es war gar nichts.“ Er sei nur mit ihr auf dem Balkon gewesen, damit die junge Frau frische Luft schnappen könne. Dort habe er sie dann allein gelassen und sei schlafen gegangen. „Ich weiß nicht, warum sie mich wegen dem Scheiß da belastet“, sagte der Angeklagte in seinem Schlusswort.

Der Schöffensenat glaubte dem Mädchen. Richter Michael Schofnegger sagte, seine Angaben seien „absolut glaubwürdig“ gewesen. Beim Angeklagten seien bis zu fünf Jahre Strafe möglich gewesen. Bei jugendlichen Straftätern seien zudem nur spezialpräventive Aspekte bei der Strafzumessung zu berücksichtigen, also nicht eine eventuelle abschreckende Wirkung auf andere potenzielle Vergewaltiger. Mildernd wirkte sich außerdem seine Unbescholtenheit aus.

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