Lobnig: Habe Hotelrechnung bezahlt

Eine Hotelrechnung des dritten FPÖ-Landtagspräsidenten Josef Lobnig über 822 Euro hat für Ärger bei der SPÖ gesorgt. Der Urlaub war ein Geschenk von Ex-LH Gerhard Dörfler (FPÖ), die Rechnung ging an das Landeshauptmann-Büro. Lobnig sagte, er habe die Rechnung am Sonntag selbst beglichen.

Das Geschenk stammt aus dem Jahr 2008, als Lobnig seinen 50. Geburtstag feierte. Dörfler, der damalige freiheitliche Landesparteichef Uwe Scheuch und der damalige Landesrat Harald Dobernig machten das Geschenk. Lobnig sagte, er habe gedacht, dass die drei als Freunde den Gutschein aus der eigenen Tasche bezahlt hätten. Aber das Pikante dabei war, dass der Kurzurlaub für zwei Nächte gar nicht bezahlt worden war. Nachdem Lobnig Anfang Dezember dieses Jahres seinen Gutschein beim Hotel Hochschober auf der Turrach konsumiert hatte, ging die Rechnung daher an die Kärntner Landesregierung.

SPÖ kritisierte Umgang mit Steuergeld

Aus dem Büro von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) hieß es Sonntagmittag, der Versuch, den Hotelgutschein mit Steuergeld abzurechnen, sei ein Sinnbild für die Maßlosigkeit der FPÖ-Politiker in den vergangenen Jahren. Man habe die Landesamtsdirektion mit einer Prüfung beauftragt.

Lobnig bezahlte Rechnung selbst

Er habe nicht gewusst, dass der Gutschein erst nachträglich zu bezahlen sei, so Lobnig. Hätte er das vorher gewusst, hätte er es gleich bezahlt. Er sagte gegenüber dem ORF: „Ich habe den Gutschein angefordert, ich habe das ominöse Begleitschreiben angefordert, von dem ich nicht wissen konnte, dass da drin steht, der Gutschein wird erst nach Einlösung bezahlt. Das habe ich per E-Mail erhalten und sofort oben (im Hotel, Anm.) angerufen und gesagt, die Rechnung sofort zu mir, ich bezahle per Telebanking.“ Lobnig sagte, er habe darum gebeten, sofort das Amt der Kärntner Landesregierung zu verständigen, dass die gesendete Rechnung als gegenstandslos zu betrachten sei, so Lobnig. Er habe sogar bei Gehard Dörfler nachgefragt, so Lobnig. Dörfler habe ihm gesagt, er könne sich nicht mehr genau erinnern, wie das damals gewesen sei.

Lobnig sieht sich jedenfalls zu Unrecht in der Öffentlichkeit angepatzt. Er sei davon ausgegangen, dass Dörfler, Scheuch und Dobernig als Freunde den Gutschein aus der eigenen Tasche bezahlt hätten. Ein Irrtum, wie sich jetzt offenbar heraus stellt, und für den Lobnig jetzt selbst bezahlte.

Geschenke auch von Kaiser

Kaisers Sprecher Andreas Schäfermeier räumte ein, dass auch Kaiser zu runden Geburtstagen Geschenke auf Landeskosten mache: „Das hält sich aber völlig im Rahmen, einen kompletten Urlaub - noch dazu für einen Parteifreund - das würde es nie geben.“ Kaiser würde etwa Karten für das Stadttheater Klagenfurt verschenken. Skilegende Franz Klammer, der jüngst seinen 60. Geburtstage feierte, bekam einen auf den Namen „Skikaiser Franz“ getauften Stern. Kosten laut Schäfermeier: knapp 80 Euro.