Hochwasser in Lavamünd befürchtet

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat für Sonntag und Montag starke Regenfälle in Kärnten prognostiziert. Laut Hydrographischem Dienst des Landes ist in Lavamünd ein Hochwasser wie am vergangenen Montag im Extremfall erneut möglich.

Bis zu 120 Liter Regen pro Quadratmeter werden am Sonntag für das Obere Drautal und das Lesachtal erwartet. Laut Landesalarm- und Warn Zentrale sind derzeit keine Einsätze der Feuerwehren zu verzeichnen, der Niederschlag ist noch gering. Ab Mittag soll der Regen dann zunehmen. Alle Einsatzorganisationen des Landes sind in Alarmbereitschaft, um rasch reagieren zu können, sollte sich die Situation zuspitzen.

Bei einem Krisengipfel am Freitagabend mit Kraftwerksbetreiber Verbund, Hydrographischem Dienst und Vertretern der Einsatzorganisationen bereitete man sich auf die Unwetter vor. Mehr dazu: Vorbereitungen auf neue Unwetter

Meteorologe: „Es wird richtig schütten“

Von Südwesten wird sich in der Nacht auf Sonntag flächendeckend starker Niederschlag über Osttirol und den Westen von Kärnten ausbreiten, so die Prognosen der ZAMG. Meteorologe Gerhard Hohenwarter: „Es wird richtig schütten. Auch Gewitter mit Blitz und Donner sind möglich.“

100 Liter Wasser pro Quadratmeter möglich

Im Gailtal können auch 100 Liter Wasser pro Quadratmeter und mehr zu Boden prasseln. Auch in den Karawanken sollen erhebliche Mengen an Regen niedergehen. Bis zum Montag werde sich der Regen dann in Richtung Osten verschieben und weniger ergiebig werden. In den Karnischen Alpen wird der Schnee auf den Bergen den Niederschlag noch eine Weile zurückhalten - bis die Schneeschmelze einsetzt. Dann könnten kleinere Bäche wieder über die Ufer treten, Muren und Hangrutschungen hält Hohenwarter für „sehr gut möglich“.

„Sehr guter Hochwasserschutz“ im Gailtal

Dem Gailtal bescheinigte Hohenwarter sehr guten Hochwasserschutz: „Sofern kein Damm bricht, könnte die Gail gar nicht über die Ufer treten - oder zumindest nur dort, wo dies auch vorgesehen ist.“ Am Oberlauf der Drau schätzte der Meteorologe die Hochwassergefährdung als „überschaubar“ ein. Das Problem sei nur, dass dort schon jetzt das Wasser in den Feldern stehe. In Lavamünd könnte es erneut zu einer kritischen Situation und zu Überschwemmungen kommen. Wie sehr die Pegel steigen, sei aber schwer vorherzusehen.

Experte: Gefährdung Lavamünds „hoch“

Johannes Moser vom Hydrographischen Dienst schätzt die Gefährdung Lavamünds hoch ein. „Wir rechnen mit einem 30-bis 100-jährlichem Hochwasser.“ Das heißt, dass das Wasser im Extremfall wieder so hoch wie am vergangenen Montag steigen könnte. Prognosen für diesen Bereich seien aber schwierig.

Mit einem zehn-bis 30-jährlichem Hochwasser rechnet der Experte für die Gail. Dort dürften aber wegen des guten Hochwasserschutzes eher die Zuflüsse zum Problem werden. Generell seien Hochwasser aber für alle Bäche und Seen in Kärnten möglich.

Verbund setzt Hochwassereinsatzplan in Kraft

Der Verbund setzte den Hochwassereinsatzplan für die Draukraftwerke am Freitagabend in Kraft. Dementsprechend wurde mit einem langsamen, kontrollierten Absenken der Staupegel begonnen. Am Samstag wurden außerdem sämtliche Kraftwerke mit Personal besetzt, um ein schnelles Reagieren im Ernstfall zu gewährleisten. Normalerweise werden die zehn Laufkraftwerke entlang der Drau von der Leitstelle in Feistritz im Rosental (Bezirk Klagenfurt-Land) aus gesteuert. „Wir sind in ständiger, enger Absprache mit dem Land Kärnten“, betonte Zechner.

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