Stadt finanziert Suche nach Kriegsrelikten

Im Klagenfurter Stadtsenat ist am Dienstag einstimmig beschlossen worden, dass die weitere Suche nach Reizgas oder gefährlichen Kampfmitteln im Stadtteil Viktring mit 265.000 Euro finanziert wird. Die Arbeiten einer Spezialfirma beginnen kommende Woche.

Im Zuge von Bauarbeiten werden immer wieder Fliegerbomben oder Granaten gefunden. Die Kriegsrelikte, meist aus dem Zweiten Weltkrieg, müssen entschärft und entsorgt werden. Bei dem Fall in Klagenfurt-Viktring geht es nicht um hochexplosive Bomben, sondern um einen chemischen Kampfstoff.

Kampfgas in Klagenfurt gefunden kriegsrelikt senfgas

Landespolizeidirektion Kärnten

Im September wurden im Kehrbach vier Tonflaschen mit einem gefährlichen Reizgas gefunden, das zu Übelkeit, Erbrechen und sogar kurzzeitigen Sehstörungen führen kann. Ein Mitarbeiter der Stadt wurde bei dem Versuch, die Flaschen zu entsorgen, bewusstlos, mehrere seiner Kollegen mussten ärztlich behandelt werden.

Untersuchung läuft auf Hochtouren

Seit Mitte September ist die Baustelle in Viktring gesperrt. Trotz einer eingehenden chemischen Untersuchung lässt sich derzeit nicht sagen, ob das gefundene Reizgas in den Tonflaschen aus dem Ersten oder Zweiten Weltkrieg stammt. In drei bis vier Wochen weiß man zumindest, ob gefahrlos weiter gearbeitet werden kann.

OGH-Urteil: Grundbesitzer muss Kosten übernehmen

Ab nächster Woche sucht eine Spezialfirma auf dem Gelände nach weiteren Tonflaschen. Die Kosten dafür – die sich auf rund 265.000 Euro belaufen werden - trägt laut einem aktuellen Urteil des Obersten Gerichtshofes der Grundbesitzer, in diesem Fall die Stadt Klagenfurt.

Stadtrat Peter Steinkellner (ÖVP) sagte dazu gegenüber dem ORF Kärnten: „Mit der Sicherheit darf nicht gespielt werden. Wir haben eine Verpflichtung gegenüber der Bevölkerung. Es ist alles zu unternehmen und das so rasch als möglich, damit klare Verhältnisse geschaffen werden.“

Die Firma bekomme jetzt den Auftrag und werde im Laufe der kommenden Woche mit den Untersuchungen beginnen. In der ersten Woche werde die Errichtung der Baustelle erfolgen.