Winterreifen: Streit um Preisvergleich

Zwischen Arbeiterkammer Kärnten und Reifenhändler gibt es einen Streit um den Preisvergleich bei Winterreifen. Die Händler seien nicht kooperativ, kritisiert die Arbeiterkammer. Diese wiederum kritisieren die Untersuchungsmethode.

Der Ansturm auf die Kärntner Reifenhändler zur Montage der Winterreifen ist vor dem angekündigten Schnee und der mit 1. November beginnenden Winterreifenpflicht enorm. Beim Neukauf der Reifen kommt es viel auf das Verhandlungsgeschick an. Ein Preisvergleich bei Winterreifen ist aber äußerst schwierig, kritisiert die Arbeiterkammer.

Die Arbeiterkammer erstellt bei verschiedenen Handelswaren Preisvergleiche. In den meisten Branchen funktioniere dies problemlos, so Konsumentenschützerin Susanne Kalensky von der AK Kärnten. Nur mit den Reifenhändlern gebe es Probleme, meint Kalensky: „Wir haben vom Verband der Reifenspezialisten das Angebot erhalten, dass wir Preise erhalten, wenn wir bereit sind, den billigsten und teuersten Preis zu streichen.“

Wadl: Es werden Äpfel mit Birnen verglichen

Der Klagenfurter Reifenhändler Herbert Wadel, auch Sprecher des Reifenhändlerverbands, bleibt bei den Bedingungen. Und er kritisiert die Untersuchungsmethode der Arbeiterkammer: „Es wurde nur eine Reifendimension abgefragt, nicht die Marke. Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen, bei unseriösen Umfragen machen wir nicht mit.“

Diesen Vorwurf weist die Konsumentenschützerin Kalensky zurück, es werde seriös getestet und Gleiches mit Gleichem verglichen.

Große Unterschiede bei Vergleich

In Bundesländern, wo Preisvergleiche der Arbeiterkammer möglich sind, gibt es stark auseinander klaffende Ergebnisse. So zum Beispiel in Niederösterreich: Dort ergab sich bei einem Vergleich von ein und demselben Reifensatz ein Preisunterschied von bis zu 260 Euro. Ähnlich gravierend die Unterschiede in Tirol: Bei einem Reifensatz einer Reifenmmarke gab es eine Differenz von immerhin noch 148 Euro.

Verdeckte Kontrolle nicht objektivierbar

Angesichts dieser Preisspannen wären Kontrollen auch in Kärnten umso notwendiger, fordert Kalensky. Auch eine versteckte Kontrolle sei schwierig. In den meisten Fällen bekomme man keine telefonischen Preisauskünfte. Und wer an Ort und Stelle Angebote einhole, sei auf sein Verhandlungsgeschick angewiesen - und ein solches sei kaum zu objektivieren. Die Arbeiterkammer empfiehlt deshalb, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen.

Links: