Villach: Abgabe für Zweitwohnsitze
2006 ermächtigte der Landtag die Gemeinden, eine Zweitwohnsitzabgabe auszuschreiben. Die Stadt Villach zögerte lange mit der Einhebung der neuen Abgabe, die meisten anderen Gemeinden, vor allem Fremdenverkehrsgemeinden, zapften diese Abgabenquelle schon vor Jahren an.
Die Gemeinden haben durch Zweitwohnsitze auch erhöhte Ausgaben, schließlich müssen sie viel an Infrastruktur zur Verfügung stellen, die meist aber nur wenige Wochen genutzt wird.
Abgabe nach Wohnungsgröße gestaffelt
Seit 1. Juli wird nun auch in Villach die Zweitwohnsitzabgabe ausgeschrieben. Diese Woche wurde das betreffende Schreiben ausgeschickt, sagte Alexandra Burgstaller vom Magistrat. Der Vorschreibung wurde ein Informationsblatt beigelegt, drei Mitarbeiter des Magistrats würden für Fragen zur Verfügung stehen.
Die Abgabe ist nach Wohnungsgröße gestaffelt. Bei einer Nutzfläche von bis zu 30 Quadratmetern muss man zum Beispiel am Faaker See acht Euro monatlich bezahlen, bei 90 Quadratmetern sind es 44 Euro monatlich.
Höchste Einnahmen in Bad Kleinkirchheim
Am kräftigsten langt die Gemeinde Bad Kleinkirchheim zu, wo jetzt Wohnsitze reihenweise leer stehen und zum Verkauf angeboten werden. Bis zu 900 Euro zahlen Nutzer dieser Zweitwohnsitze im Jahr an die Gemeinde, wurde kürzlich bekannt - mehr dazu in Italien-Krise: Bad Kleinkirchheim leidet. Die Gemeinde Bad Kleinkirchheim nahm letztes Jahr aus diesem Titel 416.000 Euro ein.
Velden am Wörthersee nahm aus der Abgabe im letzten Jahr 286.000 Euro ein, an dritter Stelle steht die Stadt Klagenfurt mit 193.000 Euro, gefolgt von Treffen, 182.000 Euro, und Maria Wörth mit 141.000 Euro.
Seengemeinden wie Keutschach und Ossiach stehen an 25. und 26. Stelle mit Einnahmen von rund 30.000 Euro. Insgesamt wurden in Kärnten letztes Jahr 3,5 Millionen Euro an Zweitwohnsitzabgabe ein.
Publiziert am 23.10.2012

