„Colours of Carinthia“-Ausstellung wird eröffnet
50 Menschen, die es aus allen Teilen der Welt nach Kärnten verschlagen hat, werden dabei vorgestellt. Meisterhafte Porträtfotos von ihnen sind ab Donnerstag in der Galerie Freihausgasse in Villach zu sehen.
Es ist wie ein Kaleidoskop von Menschen rund um die ganze Welt, nur mit dem Unterschied, dass alle in Kärnten leben und dem Land zusätzliche Farbtupfer verleihen. Der Begriff „Colours of Carinthia“ trifft dies perfekt.

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Betriebswirtin als Kindergärtnerin
Eine der 50 Personen ist die dunkelhäutige Gladys, die vor 20 Jahren aus der Dominikanischen Republik nach Kärnten kam. Ihr Heimatbegriff: „Heimat ist, wo man sich wohl fühlt. Am Anfang mich die Leute angeschaut, als wäre ich ein Monster. Ich habe mich aber an die Blicke gewöhnt. Es war nicht schlimm, ich habe im Prinzip keine schlechten Erfahrungen gemacht.“
Gladys ist studierte Betriebswirtin, arbeitet in Kärnten jedoch in einem Kleinkindergarten. Sie ist mittlerweile mit einem Kärntner Verheiratet. Ein normales Leben, dass aber in den 90er Jahren nicht so einfach begonnen hat.

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Optisch unauffällig ist der Brite Christopher. Er lebt seit 1984 in Kärnten und er repariert britische Autos. Warum er sich Kärnten zur Heimat erkoren hat: „Ich habe mir Kärnten auserkoren, weil ich hier atmen kann. Nahe London, wo ich einmal im Monat hinfahren muss, ist es hart. Das tägliche Leben ist kein Problem. Die Leute glauben nicht, dass ich kein Kärntner bin. Ich tue mir daher leicht.“
Die größte Schwierigkeit für Christopher war es, die britische relaxte Mentalität mit der doch stressigeren österreichischen zu kombinieren.
Selbst ist der Mann
Ein weiterer Migrant im Colours of Carinthia Projekt ist Valid. Er ist eine slowenisch-palästinensische Mischung. Vaild ist in Laibach geboren und in Syrien aufgewachsen. Schon seit Jahren arbeitet er als Betriebsrat bei der AVS.
Heimat ist dort wo es einem gut geht, in Valids Fall ging es besonders gut als er sich in Kärnten niederließ: „Mich hat die Liebe nach Kärnten gezogen. Man nimmt die Sachen einfach selbst in die Hand, dann funktioniert es auch.“
Zwei Jahre Arbeit
47 weitere Migranten sind noch im Colours of Carinthia Projekt zu finden. Araber, Isrealis, Tscheschenen Armenier, Amerikaner und viele Europäer. Die Fotografen Christian Brandstätter und Karlheinz Fessl haben zwei Jahre lang an ihrem Projekt gearbeitet.
Jetzt gibt es die Ausstellung und dazu auch ein Buch aus dem Wieserverlag. Karlheinz Fessl geht es bei Colours of Carinthia darum, dass die Macher "...zeigen wollen, dass die Menschen ein Leben haben, das nicht anders ist als unseres, aber mit einer anderen Vergangenheit."
Die Ausstellung Colours of Carinthia wird Donnerstagabend in der Galerie Freihausgasse eröffnet. Eine sehenswerte Ausstellung, die durchaus den Horizont erweitert.
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Publiziert am 02.02.2012

