Offensive gegen Internet-Kriminalität

Laut Kriminalstatistik 2011 sind die Anzeigen der Polizei in Kärnten kaum gestiegen, die Aufklärungsquote lag im letzten Jahr bei 48 Prozent. Stark steigend ist hingegen die Internet-Kriminalität. Bundesweit wurden deswegen Hunderte Polizisten neu geschult.

In nur drei Bundesländern ist die Zahl der angezeigten Fälle im vergangenen Jahr zurückgegangen, Kärnten ist eines davon. Im Jahr 2011 wurden insgesamt 29.710 Fälle bearbeitet. Damit sei der niedrigste Wert seit dem Jahr 2000 erreicht worden, wie Sicherheitsdirektor Albert Slamanig am Freitag betonte. Im Vergleich zum Jahr 2010 wurden statistisch gesehen 420 Anzeigen weniger registriert. Die Abnahme der Gesamtkriminalität betrug 1,6 Prozent, gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote -über den österreichischen Schnitt - auf 48,2 Prozent. Damit wird also fast jeder zweite Fall aufgeklärt.

Den Kriminalitäts-Schwerpunkt in Kärnten bilden – wie in den Vorjahren - die Städte Klagenfurt und Villach, wobei knapp unter einem Drittel aller Straftaten in Klagenfurt begangen wurde.

Internationale Zusammenarbeit wird verstärkt

Die Jahres-Statistik gibt auch Auskunft über die Herkunft der Täter: Haus- und Wohnungseinbrüche werden zu 70 Prozent von Serben, Rumänen und Ungarn begangen. Deswegen werde die österreichische Exekutive heuer verstärkt auf die Zusammenarbeit mit den Behörden im Ausland setzen, sagte Innenministerin Johanna Mikel-Leitner (ÖVP). Die Kärntner Polizei setzt hier immer mehr auf internationale Zusammenarbeit. Aktuell versehen etwa zwei kroatische Polizisten noch bis Ende Februar in Kärnten ihren Dienst. Sie werden in den Skigebieten Nassfeld und Bad Kleinkirchheim eingesetzt, um die österreichischen Kollegen bei Amtshandlungen mit kroatischen Touristen zu unterstützen. Die beiden „Hospitanten“ werden aber auch bei der Verkehrsüberwachung und bei Streifengängen eingesetzt.

Auch die Kooperation mit den direkten Nachbarn Slowenien und Italien werde immer intensiver. „Es gibt inzwischen etwa eine unmittelbare Zusammenarbeit zwischen uns und der Quästur in Udine (Friaul-Julisch-Venetien)“, so Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger am Freitag in Klagenfurt vor Journalisten.

Gewaltdelikte vorwiegend von Inländern

Gewaltdelikte werden laut Statistik hingegen überwiegend von Inländern begangen. Fälle von vorsätzlicher Tötung, Körperverletzung und Vergewaltigung haben zugenommen. Die Aufklärungsquote liegt in diesen Fällen konstant hoch, nämlich bei 80 bis 90 Prozent.

Während Suchtgiftfelikte allgemein rückläufig sind, hat die Anzahl schwerwiegender Fälle von 91 auf 113 zugenommen, was einem „Plus“ von 19,5 Prozent entspricht.

„Internetmarkt ist seelenlos“

Alarmierend ist aber vor allem der Zuwachs der Internet-Kriminalität. Österreichweit wurden allein im vergangenen Jahr 5.100 Fälle registriert. Im Vergleich dazu: Vor zehn Jahren waren es noch 600 Fälle. Das würde die Polizei vor neue Herausforderungen stellen.

Aufgrund dieser Entwicklung wurden in den vergangenen Monaten hunderte Polizisten aus ganz Österreich für den Einsatz gegen die Internetkriminalität geschult. Der Internetmarkt sei ein „seelenloser“, sagt der Chef des Bundeskriminalamtes, Franz Lang. Der Kunde würde vom Anbieter nur eine Kontonummer kennen.

Auch immer mehr Handybetrüger

Ein ähnlich hoher Zuwachs zeigt sich bei den Anzeigen von Mobiltelefonnutzern. Hier würden sich Hacker Zugang zu Datenmaterial verschaffen, indem sie Gratis-Applikationen anbieten, die vom Nutzer für sicher gehalten werden. Wenn sie einmal heruntergeladen sind, sei der Missbrauch von Daten die unausweichliche Folge. Schutzsoftware gebe es kaum.

Gravierend ist auch die Zunahme der Wirtschaftskriminalität, hier vor allem der Betrug mit Kreditkarten: Innerhalb nur eines Jahres hat sich die Zahl auf 1.100 Fälle verdoppelt.

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