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Wann Igel menschliche Hilfe benötigen
Jeden Winter landen zahlreiche Igel mehr oder wenig unfreiwillig in menschlicher Obhut. Hier ein paar Tipps vom Igelexperten, wie man den stacheligen Tieren das Überwintern in freier Natur erleichtern kann.
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Hochsaison für den Igelexperten
Zahlreiche Jungigel sind derzeit in den Gärten unterwegs, um sich Fettreserven für die Zeit des Winterschlafs anzufressen. Viele Gartenbesitzer haben Mitleid mit den kleinen, stacheligen Tieren und nehmen sie - aus falsch verstandener Fürsorge - auf.
Fast täglich bekommt Igelexperte Dietmar Streitmaier nun eingesammelte Jungigel: "Sie werden meist im Mai, Juni oder Juli geboren. Im Alter von etwa sechs Wochen verlassen sie ihre Eltern. Die Wenigsten wissen: Igel sind Einzelgänger. Wenn sie auf Nahrungssuche sind und die Leute das sehen, denken sie, sie müssten den Igel retten, weil es so kalt ist. Dann nehmen sie ihn mit ins Haus und füttern ihn und wollen ihn über den Winter bringen."
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 Der Igel ist Wildtier des Jahres 2009.
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Die vielfach gute gemeinte Hilfe ist meist der falsche Weg. |
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"Wenn möglich Igel im Freien lassen"
Lange Zeit galt das Einsammeln kleiner Igel im Herbst und die Überwinterung im Haus als probates Mittel, dem Wildtier Igel Überlebenshilfe zu geben. Die gut gemeinten Aktionen erwiesen sich jedoch als wenig hilfreich und werden nicht mehr praktiziert.
"Aufgrund meiner jahrelangen Pflegetätigkeit von Igeln würde ich sagen: Ein Igel ist ein Wildtier und man sollte ihn - wenn es möglich ist - im Freien lassen. Wenn er verletzt ist und eine Wunde hat - weil er von einem Auto angefahren oder von einem Hund angefallen wurde - sollte er einem Tierarzt übergeben werden, der die Erstversorgung übernehmen und eine geeignete Pflegestelle für den Igel finden kann", so Streitmaier.
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"Aufpäppeln" mit Katzenfutter und Wasser
 Wenn die nachtaktiven Tiere unter 200 Gramm wiegen, sollte man ihnen mit etwas Futter helfen. Der Tierschutzverein rät: Einfach jeden Abend eine kleine Schale mit Katzenfutter aus der Dose und eine Schale mit Wasser in den Garten stellen. So bekommt der Igel schnell sein Überwinterungsgewicht von etwa 600 Gramm.
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Laubhaufen aufschütten oder Sträucher sammeln. |
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"Unaufgeräumte" Ecken als Winterversteck
Wenn man im Garten dem Igel Unterschlupf bietet, hat man schon mehr als genug getan, sagt der Igel-Experte: "In jedem Garten kann man etwas für Igel machen - zum Beispiel, indem man einen Laubhaufen aufschüttet oder Gestrüpp und Sträucher sammelt. Dort macht der Igel dann sein Winterversteck. Auch Komposthäufen und Holzstapel sind ideal dafür."
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Wissenswertes über den Igel-Winterschlaf
 Igel beginnen ihren Winterschlaf bei Temperaturen ab ungefähr sechs Grad Celsius. Sie drosseln dabei ihre Körperfunktionen auf ein Minimum und zehren von den in den Sommermonaten angesammelten Fettpolstern. Während des Winterschlafes sinkt die Körpertemeratur des Igels von rund 35 Grad auf Tiefstwerte von rund fünf Grad. Die Herzfrequenz sinkt von cirka 160 bis 200 Schlägen pro Minute auf etwa neun Schläge pro Minute.
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Sobald der Igel aufwacht, braucht er Futter. Findet er keines, verhungert er. |
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Unterschlupfe keinesfalls umschichten
Ab Mitte November schlummern die meisten Igel. Von kurzen Unterbrechungen abgesehen verschlafen sie die kalte Jahreszeit. Daher sollte man die von ihnen geschaffenen Unterschlupfe während des Winterhalbjahres nicht mehr verändern.
Streitmaier: "Igel schlafen - je nach Witterung - bis mindestens Ende März oder bis Mitte April. Man sollte ihre Verstecke auf keinen Fall umschichten. Sobald ein schlafender Igel munter wird, braucht er etwas zu fressen. Weil es zu dieser Zeit aber noch keine Nahrung gibt, verhungert er."
Igel sind Wildtiere und sind weder zu zähmen, noch als Haustier zu halten, unterstreicht der Igel-Experte abschließend.
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